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BeitragVerfasst: 21.01.2010, 18:17 
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eifrigster Elefant
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Lisa Genova - Mein Leben ohne Gestern

Über die Autorin (lt. Verlag)
Nach ihrem Psychologiestudium hat Lisa Genova (Jahrgang 1970) an der Universität Harvard in Neurowissenschaft promoviert. „Mein Leben ohne Gestern“, zunächst im Eigenverlag veröffentlicht, hat sich inzwischen zu einem internationalen Bestseller entwickelt, stand lange auf der New-York-Times-Bestsellerliste und wurde von Lesern und Rezensenten begeistert aufgenommen.

Alice ist zufrieden mit sich und ihrem Leben. Sie ist glücklich verheiratet, ihre drei Kinder sind bereits aus dem Gröbsten raus, und auch beruflich hat sie ihren Traum verwirklichen können. Als Professorin für kognitive Psychologie ist sie eine anerkannte Größe in Harvard. Doch plötzlich beginnt sie, die immer so zuverlässig war, Termine zu vergessen, sie verlegt ihre Sachen, und beim Joggen weiß sie auf einmal nicht mehr, wie sie nach Hause kommt. Obwohl sie nur wenige Blocks weit gelaufen ist. Ein beängstigender Verdacht schleicht sich in ihr Leben: Ein Hirntumor? Alice rechnet mit dem Schlimmsten. Als sie erfährt, dass sie an einer frühzeitigen Form von Alzheimer leidet, kann sie es zunächst gar nicht glauben. Sie ist doch erst fünfzig! Machtlos muss sie dabei zusehen, wie ihre Erinnerungen ihr mehr und mehr entgleiten ...

Ein bewegendes Buch, das mich tief berührt hat! 2 Jahre lang begleitet man beim Lesen Alice. Alice, die mit 50 an Alzheimer erkrankt. Mit dieser Diagnose ändert sich alles für die Harvard-Professorin. Doch nicht nur für sie, auch für ihre Familie. Wie soll das Leben weitergehen? Wie schnell wird die Krankheit fortschreiten? Wie lange wird sie noch unterrichten können? Wie lange wird sie ihre Familie noch erkennen, noch wissen, wer sie ist? Diese Fragen beschäftigen Alice in der ersten Zeit nach der Diagnose. Es ist nicht leicht für sie, die Diagnose zu akzeptieren und mit ihrer zunehmenden Vergesslichkeit und ihren Aussetzern zurecht zu kommen. Doch so schwer die Situation auch für alle ist, es wird auch klar: die Gedächtnisleistung ist nicht alles, und auch wenn die Erinnerungen weggehen, wenn alltägliche Dinge nicht mehr so klappen wie früher, was bleibt, sind die Gefühle. Denn schöne Momente erleben und Liebe spüren, dafür braucht man kein Gedächtnis!

Das Buch hat mich wirklich sehr berührt und ich habe mit Alice mitgelitten, aber auch die schönen Momente mit ihr genossen. Die Geschichte öffnet die Augen für die Probleme an Alzheimer erkrankter. Ein wunderbares Buch über ein Schicksal, das viele Menschen teilen. Ein Buch, das dabei helfen kann, an Alzheimer erkrankte Menschen besser zu verstehen und zu akzeptieren. Lisa Genova ist mit diesem Buch ein beeindruckendes Debüt geglückt!

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Liebe Grüße,
Julia

“Books are the plane, and the train, and the road. They are the destination, and the journey. They are home.”
Anna Quindlen in "How Reading Changed My Life"


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BeitragVerfasst: 01.04.2015, 21:01 
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muntere Moderatorin
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Ich lese gerade: Anna MacPartlin; Für immer Rabbit Hayes
Als Julianne Moore für die Darstellung von Alice in „Still Alice – Mein Leben ohne gestern“ den Oscar bekam, dachte ich nicht gleich an das Buch, was ich vor einigen Jahren ungelesen unserer Bibliothek spendete. Ich hatte es einfach aussortiert, weil ich meinte, es ohnehin nicht zu lesen und dann war es besser in der Bibl. aufgehoben, um anderen auch zur Verfügung zu stehen. Auf dem Weg zur Leipziger Buchmesse sprach einen Dame mit mir über den Film und fragte mich, ob ich etwas zu dem Buch sagen könnte. Da erst fiel mir ein, dass der Kinofilm sich auf das von mir vor Jahren verschmähte Buch bezog. Nun, letzte Woche habe ich mir mein Buch selbst ausgeliehen und es wurde mein Lesehighlight März.


Über zwei Jahre verfolgt der Leser in Episoden das Leben der 50-jährigen Alice Howland, Professorin für kognitive Psychologie an der Harvard-Universität. Alice kann auf eine geglückte Karriere auf dem Gebiet der Psycholinguistik zurückblicken, ihr geliebter Ehemann John hat ebenfalls eine beeindruckende wissenschaftliche Laufbahn vorzuweisen. Die drei erwachsenen Kinder Anna, Tom und Lydia sind erfolgreich ins Leben gestartet, auch wenn Alice mit Lydias Berufswunsch, Schauspielerin zu werden, nicht ganz glücklich ist.

Im September 2003 fällt Alice erstmals auf, dass sie zunehmend unter Vergesslichkeit leidet. Immer häufiger verlegt sie Dinge, vergisst einen Termin mit ihrem Doktoranden und in der Vorlesung will ihr partout ein bestimmtes Wort nicht einfallen. Alice führt diese Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen auf Stress und ihre Wechseljahre zurück. Als sie jedoch eines Tages auf ihrem üblichen Heimweg plötzlich nicht mehr weiß, wie sie nach Hause kommen soll, beschließt Alice, sich untersuchen zu lassen. Nach zahlreichen Tests erhält sie im Januar 2004 eine schockierende Diagnose: sie leidet an der früh einsetzenden Alzheimer-Krankheit.

Alice lässt sich zunächst allerlei Tricks einfallen, um ihre „Ausfälle“ zu kaschieren. Doch mit Fortschreiten der Erkrankung kann sie keine Vorlesungen mehr halten, kann nicht mehr reisen und muss ihren Lehrstuhl in Harvard aufgeben.

Lisa Genova beschreibt auf sehr einfühlsame Weise, was sich in Alices Gedanken- und Gefühlswelt abspielt, sowohl zu Beginn ihrer Erkrankung als auch mit fortschreitendem Verlust ihres Gedächtnisses. Nachdem zuerst vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist und Alice alles in ihrem Blackberry vermerkt, erlebt man mit, wie schmerzhaft es für Alice ist, nach und nach auch alte, lieb gewonnene und wertvolle Erinnerungen zu verlieren.

Sehr beeindruckend schildert die Autorin nicht nur die Verluste und die Entfremdung, sondern auch „Gewinne“, die erhöhte Sensibilität Alices für das Ungesagte und die unausgesprochenen Gefühle. Nicht zuletzt gelingt es Lisa Genova die schwere Belastung, die diese Erkrankung auch für die Familie bedeutet, beeindruckend deutlich zu machen. Dabei sind ihre Schilderungen klar, ausdrucksstark, aber ohne Pathos.

Lisa Genova gewährt in ihrem Roman einen Einblick in das nicht leichte Leben eines Alzheimer-Patienten, in dem das Gestern verschwindet und das Morgen unsicher wird. Trotzdem und gerade deswegen benötigen diese Menschen Empathie, denn die Gefühle bleiben – oder wie Alice am Schluss sagt: „Ich fühle Liebe.“

Man will sich nicht vorstellen, dass früh einsetzende Alzheimerkrankheit, einen bereits so jung beeinträchtigen kann und den Erkrankten abscheulich schnell in eine eingeschränkte Welt schiebt. Für ihren Mann ist ihre Veränderung schwer mitzutragen; die gemeinsamen drei Kinder halten sich überraschend tapfer und unterstützen die Mutter auf dem Weg ins Vergessen. Sehr schön gefallen hat mir Lydias Videogeschenk und auch Alice Iniative eine Selbsthilfegruppe für andere jüngere Alzheimerpatienten zu starten. Das Buch erzählt sachlich und drückt nicht auf die Tränendrüse. Es vermittelt auch von Alice auf den letzten Seiten noch ein liebevolles Bild.


Gestern war ich nun im Kinofilm und nun ja, er kommt erwartungsgemäß nicht so gut weg. Wenige Buchverfilmungen lassen einen zufrieden aus dem Kinosaal gehen. Um die Problematik und das Geschehen zu begreifen, bedarf es das Buch zu lesen. Im Film wurde mir vieles zu wenig deutlich, ihre Lehrtätigkeit wird nur wenig gezeigt, die Szene mit dem Aufenthalt in der falschen Küche, die Selbsthilfegruppe fehlen und auch kommt Alice Mann sehr viel schlechter weg. Er ist nicht dabei, wenn sie die Rede vor den Ärzten hält und geht weniger liebevoll mit ihr um. Im Buch ist er bemüht und engagiert eine bessere Therapie zu finden um den Fortgang der Krankheit aufzuhalten oder zu verlangsamen.

Ich kann wirklich empfehlen das Buch zu lesen!

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Liebe Grüße von Christiane
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"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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BeitragVerfasst: 01.04.2015, 21:59 
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eifrigster Elefant
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Danke, dann spare ich mir den Kinobesuch. Vielleicht kaufe ich später die Dvd.

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Anna Quindlen in "How Reading Changed My Life"


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BeitragVerfasst: 21.05.2017, 21:06 
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