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 Betreff des Beitrags: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 11.02.2021, 16:05 
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Der Nordseehof
Lebenssekunden

Zwei Frauen, zwei Leben, eine Fotografie
Die Geschichte der ersten deutschen Foto-Journalistin und einer Leistungsturnerin aus der DDR – ein bewegendes Stück Zeitgeschichte

Der große Traum von Angelika Stein scheint geplatzt, als sie mit 15 von der Schule fliegt: Kein Fotograf in Kassel will einem Mädchen, noch dazu ohne Schulabschluss, eine Lehrstelle geben. Doch Angelika gibt nicht auf – und bekommt schließlich eine Chance von einem Fotografen, der vor Kurzem aus der DDR gekommen ist. Zur selben Zeit wird in Ostberlin die junge Leistungsturnerin Christine Magold darauf gedrillt, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist das wirklich ihr Traum? Beim Bau der Berliner Mauer 1961 treffen die beiden jungen Frauen unter dramatischen Umständen aufeinander.

Mit viel Liebe zum Detail und großem Einfühlungsvermögen erzählt Katharina Fuchs die Geschichte zweier ebenso eigensinniger wie mutiger junger Frauen in Westdeutschland und der DDR. Zeitgeschichte wird dabei ebenso lebendig wie zwei bewegende Frauen-Schicksale.


"Wenn sich die Mitteltöne aus dem braunen Film schälen, man eine Ahnung bekommt, ob es gelungen ist, ob es was Besonderes ist oder Durchschnitt, ob man eine Lebenssekunde festgehalten oder man nur Material verschwendet hat ..."

Lebenssekunden - welch wunderschönes Wort für den Augenblick in dem man die perfekte Fotografie einfangen kann.
Lebenssekunden ist auch der Buchtitel.
Lebenssekunden beschreibt das Leben von Angelika und Christine.

Angelika Stein und Christine Magold.
Beide 15 als da Buch beginnt und beide 21 als es endet.
Sechs Jahre zwischen 1955 und 1961 - sechs unglaubliche Jahre.

Angelika und Christine - zwei Mädchen - junge Frauen -, die in einer neuen Welt aufwachsen.
Einer Welt des Sich Findens, des Neuen und neuer Möglichkeiten.

Angelika in Kassel und Christine in Ostberlin.
Beides starke Persönlichkeiten und beide durch das Schicksal, wenn auch sehr lose, verbunden.

Angelika wächst relativ frei auf und bekommt die Chance zu einer Ausbildung als Fotografin. Sie kann ihren Weg gehen und ihre Begabung ausleben.
Christine wird bereits als kleines Kind in Richtung Sport gedrillt und geht den Weg einer begabten Turnerin.

Im Gegensatz zu Angelika wird Christine zu ihrem Weg gezwungen. Gezwungen von einem Staat, der mich beim Lesen des Buches mehr als nur einmal innerlich hat mit dem Kopf schütteln lassen.

Katharina Fuchs versteht es den Leser bei der Stange zu halten. Die Kapitel sind spannend und unterhaltsam geschrieben. Immer abwechselnd über Angelikas und Christines Leben und deren Werdegang. Das ein oder andere Kapitel endet durchaus mit einem Cliffhanger und insbesondere der Schluss ist sehr spannend, so dass ich eine Nachtschicht einlegen musste um es fertig zu lesen.

Das Buch hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht - und es hallt unheimlich in mir nach.
Für mich ein absolutes Lesehighlight!

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Rabea
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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 11.02.2021, 17:44 
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gebildeter Gepard
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Ich habe ihre ersten beiden Bücher "Zwei Handvoll Leben" und "Neuleben" zu Weihnachten bekommen.

Werde berichten, wenn ich die gelesen habe.

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Viele Grüsse

Wibke :lesen


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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 12.04.2021, 09:18 
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gebildeter Gepard
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Katharina Fuchs - Zwei Handvoll Leben

Zwei starke Frauen – zwei deutsche Schicksale

Deutschland 1914: Charlotte wächst auf dem archaischen Landgut ihres mächtigen Vaters in Sachsen auf. Die Welt scheint ihr zu Füßen zu liegen, als sie von ihrer Tante und deren jüdischem Ehemann in die Leipziger Ballsaison eingeführt werden soll. Sie begegnet ihrer ersten Liebe. Doch der Beginn des ersten Weltkriegs zerstört ihre Pläne. Und ihr Leben verändert sich für immer.

Gleichzeitig gelingt es Anna, zwischen den Wasserstraßen des Spreewalds, wo Verzicht und harte Arbeit erfinderisch machen, dem Schicksal immer wieder ein Schnippchen zu schlagen. Doch sie verkennt die tiefe Liebe ihres besten Freundes, bevor er an die Westfront zieht. An einem eiskalten Tag im Februar 1919 steigt die neunzehnjährige Schneiderin alleine in den Zug nach Berlin. In den engen Hinterhöfen des Wedding prallen Hunger und Armut auf den ungezügelten Lebensdurst der beginnenden zwanziger Jahre. Und im Konsumtempel KaDeWe sucht man Verkäuferinnen …

Anna und Charlotte werden sich erst 1953 in Berlin begegnen. Hinter ihnen liegen zwei Weltkriege und ihr deutsches Schicksal. Es ist die Ehe ihrer Kinder, die die beiden ungleichen Frauen zusammenführt, und eine tiefe Verbundenheit durch denselben Schmerz, den sie noch nie zuvor einem anderen Menschen anvertraut haben.


Abwechselnd wird die Geschichte von Anna und Charlotte erzählt - beginnend im Jahr 1914.
Die eine wächst in guten Verhältnissen auf (auf einem Gutshof in Sachsen), die andere in eher ärmlichen Verhältnissen mit vielen Geschwistern, aber die Eltern ermöglichen jedem Kind eine Ausbildung. Anna schafft dann auch den Sprung aus dem Spreewald ins Kadewe und in ein selbstbestimmtes Leben.

Ich fand es unglaublich fesselnd geschrieben, denn neben der Geschichte der beiden geht es auch um den technischen Fortschritt, um die zwanziger Jahre mit Inflation, der Weimarer Republik und dem aufkommenden Nationalsozialismus , um die dreißiger Jahre und den 2. Weltkrieg.
Erst 1953 - zum Schluß des Buches - lernen sie sich bei der Hochzeit ihrer Kinder kennen.

Die weitere Geschichte wird dann im Buch "Neuleben" fortgesetzt.

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Viele Grüsse

Wibke :lesen


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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 12.04.2021, 09:25 
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gebildeter Gepard
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Katharina Fuchs - Neuleben

Zwei Frauen leben ihren Traum – gegen alle Widerstände der 50er und 60er Jahre Authentisch und einfühlsam erzählt Katharina Fuchs in diesem Roman über die Nachkriegszeit die wahre Geschichte ihrer Tante, die eine der allerersten Vorsitzenden Richterinnen Deutschlands war und ihrer Mutter, einer Modemacherin.

Weil sie als Tochter eines Wehrmachtoffiziers und einer Großgrundbesitzerin in der DDR nicht studieren darf, zieht Therese Trotha Anfang der fünfziger Jahre nach West-Berlin. Dort muss sie erleben, wie die wachsenden Unterschiede zwischen Ost und West ihre Familie auseinander brechen lassen. Auch ihr Studium gestaltet sich schwierig: Konservative Professoren und Kommilitonen machen Therese und ihrer Mitstudentin das Leben schwer. Die zwei einzigen Frauen an der juristischen Fakultät sind für sie Fremdkörper. Doch sie unterschätzen Thereses Begabung und ihren Willen ...

Verständnis für ihre Träume scheint lediglich ihre Schwägerin Gisela zu haben, denn auch sie fällt aus der ihr zugedachten Rolle: Die Schneiderin aus einfachen Verhältnissen hat mit Thereses Bruder eine »gute Partie« gemacht und wehrt sich gegen die reine Hausfrauenehe. Wie Therese hat sie hochtrabende Pläne ...
Basierend auf ihrer eigenen Familiengeschichte hat Katharina Fuchs Leben und Träume der Frauen in den 50er Jahren eingefangen und zu einem großen Roman über die Nachkriegszeit verarbeitet. Einfühlsam und mit viel Liebe zum Detail lässt sie Zeitgeschichte und zwei berührende Frauen-Schicksale lebendig werden.


Mit "Neuleben" schließt Katharina Fuchs an ihren Roman "Zwei Handvoll Leben" an - und ich war wieder begeistert und gefesselt von ihrer Familiengeschichte.

Der Roman umspannt die beiden Nachkriegsjahre 1953 und 1954 und spielt vorwiegend in Berlin.
Es ist die Zeit des Aufbruchs und des Wirtschaftswunders im Westen, im Osten sind die Gutsbesitzer enteignet und viele Menschen verlassen das Land, um im Westen Deutschlands einen Neuanfang zu wagen.
Aber das gesellschaftliche Leben ist noch immer von althergebrachten Lebensgrundsätzen geprägt, der Mann arbeitet, die Frau ist Hausfrau und versorgt die Kinder. In diesem Umfeld agieren nun Gisela und Therese und müssen sich mit vorherrschenden Konventionen auseinandersetzen. Gisela ist wie ihre Mutter Anna gelernte Schneiderin und träumt davon, selbst Mode zu entwerfen, neue Kleider, moderne Blusen, Hosen und mehr. Doch der Traum scheint nur ein Traum zu bleiben. Im Gegensatz zu heute benötige die Ehefrau damals noch die Zustimmung des Ehemanns, eine Arbeitsstelle anzutreten. Der im Grundgesetz verankerte Gleichheitsgrundsatz musste noch mit Leben erfüllt werden. Auch Therese (die Tochter von Charlotte) hat es nicht leicht. Sie leidet noch immer sehr stark unter ihrem Gesicht, das „schief“ ist aufgrund einer nicht behandelten Mittelohrentzündung während ihrer Kindheit. Sie studiert Rechtswissenschaften und möchte unbedingt in die Justiz und Richterin werden. Doch in der Uni muss sie sich nicht nur gegenüber Kommilitonen wehren, sondern gerade auch die Demütigungen ihres Zivilrechtsprofessors erdulden und ertragen. Unvorstellbar damals, dass eine Frau Jura studiert. Es wird alles versucht, sie aus diesem Studium zu vertreiben.

Immer abwechselnd werden die Geschichten von Therese und Gisela forterzählt, ab und an werden einige Kapitel aber auch Felix, Giselas Mann, und Anna gewidmet. Felix und seine Freunde betreiben in dieser Zeit sehr gefährliche Schmugglergeschäfte, sie sind dabei oft auch in der DDR bzw. Ost-Berlin. Die Stasi beobachtet alle Geschäfte von Felix und so gerät er schnell in höchste Gefahr, als er von der Stasi und deren Hintermännern, zu denen auch Felix Bruder Klaus gehören, gejagt und gefangen genommen wird.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es schließt sich nahtlos an den Vorgänger an.

In der Hardcover Ausgabe gibt es einen Stammbaum der beiden Familien, das hat mir den Überblick doch sehr erleichtert.

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Viele Grüsse

Wibke :lesen


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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 12.04.2021, 09:57 
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Danke fürs Vorstellen, Wibke. Das klingt ganz nach meinem Beuteschema. Nur gut, dass ich noch einen Buchgutschein von meinem Geburtstag übrig habe :) .

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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 11.07.2021, 07:19 
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In Lebenssekunden geht es u.a. um den Leistungssport einer Turnerin in der DDR. Im Deutschlandfunk gibt es hierzu einen interessanten Bericht: https://www.deutschlandfunkkultur.de/do ... SRxxlr1JOE

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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 15.07.2021, 20:40 
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An alle, die Lebenssrkunden gelesen haben: habt ihr die Hardcover-Ausgabe von Droemer? Ist es bei euch auch so, dass oft Christine und Angelika verwechselt werden?

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Gib allen Kinderträumen Flügel, lass sie fliegen hoch im Wind, dass alle Menschen sehen können, wie wichtig Kinderträume sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 15.07.2021, 21:50 
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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 25.10.2021, 19:01 
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Ich habe im November "Zwei Handvoll Leben" und "Neuleben" gelesen - gestört hat mich bei den Taschenbüchern ja wirklich die kleine Schriftgröße - nicht gerade lesefreundlich und habe ich im Vergleich zu meinen anderen Büchern äußerst selten.

Während des Lesens habe ich dieses Manko verdrängt, denn gefallen haben mir beide Bücher sehr gut und das erste habe ich auch zu meinem Monatshighlight gemacht.

Wibke hat geschrieben:
In der Hardcover Ausgabe gibt es einen Stammbaum der beiden Familien, das hat mir den Überblick doch sehr erleichtert.
Gibt es auch im Taschenbuch, vor der Leseprobe von "Lebenssekunden". Das Buch will ich natürlich auch lesen.

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Liebe Grüße von Christiane
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"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 04.01.2022, 12:33 
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Unser kostbares Leben

Roman. Von der Bestseller-Autorin von "Zwei Handvoll Leben"
Eine Epoche im Umbruch - Die Geschichte zweier Jahrzehnte: Drei Frauen gehen ihren Weg

Bestseller-Autorin Katharina Fuchs erzählt von ihrer eigenen Kindheit, die Geschichte von drei jungen Frauen, die in den 70er Jahren gegen gesellschaftliche Missstände und die Vorstellungen ihrer Eltern rebellieren.

Nach der Geschichte ihrer Großmütter, ihrer Mutter und Tante, erzählt Katharina Fuchs nun von einer Kindheit und Jugend in den 70er und 80er Jahren. Mainheim 1972: Minka und Caro eröffnen die Schwimmbadsaison, als ihr Klassenkamerad Guy vor ihren Augen verunglückt. Am selben Tag trifft das vietnamesische Waisenkind Claire im Kinderheim ein. Das Netzwerk ihrer Väter, des SPD-Bürgermeisters und des Fabrikdirektors beginnt zu arbeiten. Die Freundinnen realisieren, dass in der kleinen Industriestadt nichts mehr stimmt: Vergiftetes Flusswasser, Tierversuche und Experimente mit Psychopharmaka. Wie kostbar ist ein Leben? Katharina Fuchs erzählt intensiv und authentisch über den Höhepunkt der Umweltzerstörung in den 70er Jahren und wie wir die Wende selbst beschwören mussten.

Die wahre Geschichte ihrer Großmütter sowie ihrer Mutter und Tante erzählt die Bestseller-Autorin in den historischen Romanen »Zwei Handvoll Leben« (1914–1953) und »Neuleben« (50er und 60er Jahre).


Ich habe das Buch als Hardcover gelesen und das Buch ist ein heftiger dicker und schwerer Brocken (vom Gewicht). Meine armen Daumen sind das gar nicht mehr gewohnt :ggg und dann musste ich das Buch auch noch in 2 Tagen auslesen so sehr hat es mich gefesselt!

In diesem Roman geht es um Caro, Minka und Claire. Drei zehnjährige Mädchen, die in den 70er Jahren in einem Ort am Rande des Taunus, direkt am Main, aufwachsen. Ihr Heimatort Mainheim wächst zu einer Industriestadt und ist geprägt von der Schokoladenfabrik und einer großen Pharma-Anlage, die dort nicht nur produziert, sondern auch forscht. Dass die Forschungen sich nicht nur auf Tierversuche beschränken wird spätestens mit dem Eintreffen des Vietnamesischen Waisenkindes Claire deutlich. Es ist unglaublich, was in Deutschland in den 70er Jahren noch für Schand- und Gräueltaten möglich waren! Egal ob es sich um die Umwelt handelte, Tierversuche oder gar Menschenversuche an unschuldigen Kindern.

Katharina Fuchs hat das Leben der drei Mädchen und der in ihrem Umfeld lebenden Personen sehr gut beschrieben. Wie bereits in ihren anderen Büchern wird die Geschichte aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt, so dass man als Leser einen ziemlich guten Blick und gutes Gespür für die Ängste und Sorgen der Protagonistinnen und deren Familien bekommt. Besonders gefesselt hat mich, dass hier ein Stück Geschichte erzählt wird, die in gar nicht so ferner Vergangenheit liegt - und diese Geschichte ist zumindest ab Anfang der 80er Jahre auch für mich sehr präsent (in den 70ern war ich dann doch etwas zu jung :höhö ).

Dieser Roman aus den 70ern und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, der am Ende sogar noch ein Kapitel im Jahr 2021 bekommt, ist bereits mein erstes Jahres-Highlight 2022 und zeigt, wie wichtig es ist, dass man etwas wagt, den Mut hat, sich zu wehren und dass man auch mit kleinen Kämpfen sehr großes erreichen kann!

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 Betreff des Beitrags: Re: Katharina Fuchs
BeitragVerfasst: 27.07.2022, 19:54 
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Ela hat geschrieben:
An alle, die Lebenssekunden gelesen haben: habt ihr die Hardcover-Ausgabe von Droemer? Ist es bei euch auch so, dass oft Christine und Angelika verwechselt werden?


Habe ich auch festgestellt und während des Lesens fiel mir auch ein, dass Du dies auch festgestellt hattest.

Trotzdem :grins hat der Roman mir sehr gut gefallen. Er ließ sich wunderbar in zwei Nachmittagen weglesen. Die letzten 120 Seiten hätte man etwas straffen können, da wurde ich etwas unruhig. Man merkt der Autorin sehr gute Recherche an und Detailkenntnis. So etwas schätze ich und es hält die Latte der Erwartung oben. Gerade weil ich ja auch nun schon einige Bücher mit ähnlichem Zeitgeist und OstWestKonflikt gelesen habe, ist es trotzdem schön, die Geschichte noch einmal mit auch noch neuen Facts zu lesen. Gerade rund um die Leistungsturnerin war es schon erschreckend, wie diese kontrolliert und willentlich körperlich Verletzungen zugefügt werden. Gefallen hat mir auch, am Ende des Buches zu lesen, welch Leben die Personen in der Zukunft führen.

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