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BeitragVerfasst: 18.02.2020, 21:08 
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Ich lese gerade: Gabriella Engelmann "Zauberblütenzeit"
Christiane Wünsche "Aber Töchter sind wir für immer"

Dieser Roman lässt uns die Bande spüren, die uns alle mit unseren Familien und unserem Zuhause verbinden.
Schon lange haben sich die drei Schwestern Johanna, Heike und Britta nicht mehr gesehen. Zu verschieden sind sie, zu weit entfernt voneinander leben sie, zu groß ist das Unbehagen, irgendwie. Jetzt treffen sie sich wieder in ihrem Elternhaus am Bahndamm, inmitten der weiten Felder am Niederrhein.
Hier, in diesem Haus, fing alles an: Das mit ihren Eltern Christa und Hans, verbunden durch die Wirren des Krieges. Das Leben der Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und das mit Hermine. In diesem Haus geschah so vieles und wurde so vieles verschwiegen. Bis zu diesem einen Tag.

„Das alte Haus mit seinem großen Garten lag an der Bahnlinie wie eine grüne Insel zwischen den kahlen Äckern und Feldern. Hier war ich groß geworden; ich kannte jeden Winkel und Strauch. Ich liebte es, hier zu sein. Zu Hause. Aber dennoch … dieses Mal war es anders.“

»Vier Schwestern und ihre Geschichte – selten wurde eine Familie so berührend und vielstimmig ausgeleuchtet.« FürSie


Zum 80. Geburtstag des Vaters sind die Schwestern Johanna, Heike und Britta nach längerer Zeit mal wieder in ihrem Elternhaus am Niederrhein. Im Gepäck hat Britta, die jüngste Schwester, das Tagebuch ihrer Schwester Hermine, die mit 21 Jahren verstorben ist. Aus unterschiedlichen Perspektiven und verbunden durch die Tagebucheinträge von Hermine erzählt uns Christiane Wünsche die Geschichte der Familie Franzen.
Die Eltern Hans und Christa lernen sich bereits als Kinder kennen, als Christa mit ihrer Mutter nach einer traumatischen Flucht aus Schlesien bei den Franzens einquartiert wird.
Zeit ihres Lebens verarbeitet sie die Vertreibung aus der Heimat nicht, doch sie schweigt darüber, so wie es nach dem Krieg wohl viele getan haben.
Hans und Christa bekommen vier Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Johanna, die älteste, intelligent, zielstrebig und erfolgreich. Zu ihrer Mutter hat sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis,
Heike, lieb und einfühlsam und beliebt, ein unauffälliges und von den Eltern geliebtes und behütetes Kind,
Hermine, psychisch krank, mit zweitem Gesicht und das Lieblingskind der Mutter,
und Nesthäkchen Britta, mehr als 20 Jahre jünger als ihre Schwestern, unkompliziert und ein Sonnenscheinchen.

Als Rahmenhandlung dient die Vorbereitung auf den runden Geburtstag des Vaters. Kurz vorher hat Britta von ihrem Mann das Tagebuch ihrer Schwester Hermine bekommen, mit der Bitte, es dem Vater zu schenken. Britta beginnt in dem Tagebuch zu lesen und erfährt vieles über ihre Schwester Hermine, dass sie bisher nicht nicht wusste und über das in der Familie geschwiegen wurde. In Rückblenden wird dann die Geschichte der Familie erzählt, immer aus einer anderen Perspektive.
Stück für Stück erfährt man die großen und kleinen Geheimnisse der Familie.

Die Rückblenden sind immer aus der Sicht einer anderen Person erzählt. Auch wenn die Ereignisse dadurch durchaus öfter berichtet werden, erschienen sie doch oft völlig anders, eben weil sie von unterschiedlichen Familienmitgliedern geschildert werden.
Hermine blieb mir immer ein bisschen unheimlich, faszinierend fand ich aber trotzdem, was in ihrem Innersten vor sich ging.
Während ihre Schwestern und ihr Umwelt ihre Visionen als kindliche Fantasie erleben und zunehmend genervt sind, weiß ihre Mutter um die Gabe des zweiten Gesichtes in der Familie, kann aber nicht darüber reden, ohne eine familiäre Katastrophe auszulösen.
Als Leser erfährt man vieles zwar relativ früh, aber es minderte in keinster Weise die Spannung, mit der ich das Buch gelesen habe.

Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert.
Ich dachte eigentlich das Buch hätte hier schon jemand vorgestellt, irgendwie schwebt mir da was vor, denn ich weiß nicht, wie ich sonst darauf aufmerksam geworden bin.
Von mir bekommt das Buch eine absolute Leseempfehlung.

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Bild Liebe Grüße Ulrike
Man kann die Dinge immer von zwei Seiten betrachten - es spricht nichts dagegen, es von der positiven zu tun.


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BeitragVerfasst: 19.02.2020, 14:09 
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gebildeter Gepard
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Könnte ich das gewesen sein? Ich habe zumindest davon erzählt, dass ich es auf einer Zugfahrt in einem Rutsch durchgelesen habe und einfach nicht aus der Hand legen konnte... ich glaube, das war mal im Forencafé. Ich hatte such versprochen, das Buch vorzustellen, kam aber nie dazu.

Danke, Ulrike, dass du das jetzt ausführlich getan hast! Ich kann mich nur anschließen: absolute Leseempfehlung, gerade wenn man sich ohnehin gerade mit der eigenen Familiengeschichte beschäftigt.

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:pianist
Liebe Grüße,
Sandra


I believe a Fireside & a Book, the best things in the World for my Age & Disposition
David Hume 1765


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BeitragVerfasst: 19.02.2020, 16:34 
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Ich lese gerade: Gabriella Engelmann "Zauberblütenzeit"
:yes Sandra, das kann gut sein.

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BeitragVerfasst: 26.02.2020, 18:44 
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gebildeter Gepard
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Registriert: 02.06.2014, 16:50
Beiträge: 589
Wohnort: Tirolerland - starkes Land
Ich habe das Buch auch gern, dank deiner Empfehlung, Ulrike, und ich war gefesselt, fasziniert, begeistert. Ich konnte es auch nicht weglegen und habe es in Rekordzeit verschlungen. Auch von mir eine absolute Leseempfehlung

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Schian's Tagl! Ela

Gib allen Kinderträumen Flügel, lass sie fliegen hoch im Wind, dass alle Menschen sehen können, wie wichtig Kinderträume sind.


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BeitragVerfasst: 20.04.2020, 08:10 
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aufmerksame Administratorin
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Beiträge: 6785
Wohnort: Mauer
Ich lese gerade: Nesthäkchen
Reiseführer Ostfriesland
Auch ich habe inzwischen dieses Buch gelesen und es ist eines meiner Lese-Highlights 2020!

Die Geschichte um die vier Schwestern Johanna, Heike, Hermine und Britta sowie ihrer Eltern Christa und Hans sind gut und flüssig geschrieben. Der Autorin gelingt es den Spannungsbogen - trotz (oder gerade wegen) mancher Wiederholungen der Ereignisse von Anfang bis zum Ende zu halten. Ich finde es auch sehr gut, dass es nie um die Schuldfrage geht, sondern darum, wie eine Familie durch Nicht-miteinander-Reden sich zertören kann. Dass es bei Franzens nicht so gekommen ist, liegt auch daran, dass man die Liebe, die Christa und Hans zueinander haben und auch die Liebe zu den Töchtern immer spürbar ist.

Ich kann nicht sagen, welche der vier Franzen-Töchter mein Liebling ist. Ich fand alle vier fasziniert und auf ihre Art und Weise stark und schwach zu gleich. Johanna ist älteste und hat somit am meisten Verantwortung und in ihrer Art auch die spröteste der vier. Heike ist das harmoniebedürftige Kind. Sie ist auf ihre Art auch das ausgeglichenste. Hermine ist mysteriös - und das Kind, mit dem am meisten Mitleid hat. Sie hat das 2. Gesicht und sehr schwer darunter zu leiden. Und dann ist da noch Nesthäkchen Britta - von allen geliebt und umsorgt und behütet und doch auch sie muss mit dem Schatten der Vergangenheit leben und schafft es dennoch als einzige mehr als Aussenstehende auf Hermines Leben zu sehen, da sie den größtmöglichen Abstand zu Hermine hat, den man als Geschwisterkind haben kann. Es betrifft ihr Leben nur indirekt, da sie zu klein war als Hermine gestorben ist.

Was mich total fasziniert hat, ist, dass jede der 6 Hauptpersonen etwas anderes wusste und doch nicht jeder alles - und genau das macht das Buch auch so realistisch, denn das macht eine Familiendynamik auch aus!

Spoiler:
Über was ich selbst jetzt noch grinsen muss, ist, dass Heike als einzige nicht wusste, dass Hermine eine Kukukskind ist. Was aber wieder passt, da sie ein absoluter Gut-Mensch und sehr harmoniebedürftiger Mensch ist!

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Rabea
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