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 Betreff des Beitrags: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 12.10.2018, 09:55 
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sonnige Serengeti
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Deutsches Haus

Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.



Eines Nachmittags wir die junge Dolmetscherin Eva Bruhns zu einer Zeugenbefragung gerufen. Verstört nimmt sie den Inhalt der Aussage zur Kenntnis - sie kann die geschilderten Geschehnisse nicht einordnen. In den nächsten Tagen stößt sie in ihrem Viertel am Kiosk auf Überschriften zum bevorstehenden Auschwitz Prozess. Alle Zeitungen scheinen darüber zu berichten. Als sie mit ihren Eltern, die die Gaststätte "Deutsches Haus" betreiben, darüber sprechen möchte, sträuben sich Edith und Ludwig Bruhns. Sie wollen nicht, dass ihre Tochter beim Prozess übersetzt. In den folgenden Wochen öffnen sich Eva die Türen zu einer anderen Welt. Sie begegnen Richtern, den Angeklagten und vor allen den ehemaligen Häftlingen, denen sie ihre Stimme gibt.
(Inhaltsangabe Innenumschlag)



Ich habe das Buch vor ca. einer Woche beendet und es fällt mir tatsächlich schwer, etwas zu diesem Buch zu schreiben. Es ist ein Buch, das man nicht einfach weglegt und sofort ein neues anfängt, sondern es ist für mich ein Buch, das bis dato immer noch in mir nachklingt.

Der Roman "Deutsches Haus" handelt von der Geschichte des Auschwitz Prozesses in Frankfurt. Vom Titel her mag das Buch zunächst etwas nichtssagend klingeln und man fragt sich anfangs vielleicht auch, was er mit der Thematik des Buches zu tun hat, dennoch empfand ich bereits beim Lesen der Leseprobe, dass mehr dahinter stecken muss, womit ich eindeutig richtig gelegen habe.

Ich fand das Buch ausgesprochen interessant geschrieben. Die Charaktere im Buch könnten unterschiedlicher nicht sein, ich war teilweise wirklich erschüttert, welche Abgründe sich hinter vielen von ihnen verbargen. Zunächst hatte ich etwas Bedenken, ob ich das Buch aufgrund der zu erwartenden Zeugenberichte überhaupt lesen kann oder ob es mir beim Lesen schlecht werden würde. Aber Annette Hess schafft es, das so gekonnt zu schildern, dass einem einerseits schon die Gräuel vor Augen geführt wird, aber es nicht so detailliert beschreibt, dass man das Buch zuklappen und zur Seite legen muss.

Ein Buch zum Nachdenken...

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 12.10.2018, 10:07 
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muntere Moderatorin
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Iris hat geschrieben:
Ich habe das Buch vor ca. einer Woche beendet und es fällt mir tatsächlich schwer, etwas zu diesem Buch zu schreiben. Es ist ein Buch, das man nicht einfach weglegt und sofort ein neues anfängt, sondern es ist für mich ein Buch, das bis dato immer noch in mir nachklingt.


Liebe Iris, wie Du es empfindest, geht es nicht nur Dir. So habe ich es von anderen Lesern auch beschrieben bekommen.
Es fühlt sich dann wohl auch unpassend an, von "Buch hat gefallen" zu schreiben. Da es ein dunkles Kapitel Zeitgeschehen beschreibt und sicher bei einer breiten Leserschaft Interesse hervorrufen wird, habe ich es auf die Büchereianschaffungen gesetzt.

Sie liest am 22.10. in H., leider hab ich zeitgleich eine Sitzung. :genau

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 12.10.2018, 18:54 
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Ich hatte überlegt, ob ich es lesen soll und war hin und her gerissen, weil ich noch keine Meinung dazu hatte, auf die ich vertrauen kann, aber wenn du es gelesen hast, Iris, dann müsste es ja passen. Danke für's Vorstellen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 19.10.2018, 10:10 
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Ich habe von dem Buch überhaupt erst durch das Forum erfahren und nach Euren Posts war ich richtig neugierig. Zumal die Geschichte ja genau in der Zeit in Frankfurt spielt, wie auch auch Claudias "langer Weg zum Glück" und Walter sich auf diesen Prozess vorbereitet.

Ich konnte also nicht widerstehen und habe das Buch sofort besorgt und zu lesen begonnen. Die Story ist gut und die Perspektive auf die Ereignisse gefällt mir. Ich war überrascht, dass sich aus diesem Stoff ein so guter Roman machen lässt und man dennoch Neues lernt. Die Schilderung der 60er Jahre hat mich fast ein wenig bedrückt, doch ich verstehe jetzt meine eigenen Eltern, die in ähnlichem Alter wie die Protagonistin sind, viel besser. Außerdem hat es mich angeregt, die Vergangenheitsforschung in der eigenen Familie wieder aufzunehmen. Da ist noch Einiges, was brach liegt.

Fazit: Vielen Dank für den Tipp! Auch von mir gibt es eine deutliche Leseempfehlung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 20.10.2018, 13:58 
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sonnige Serengeti
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Sandra hat geschrieben:
Außerdem hat es mich angeregt, die Vergangenheitsforschung in der eigenen Familie wieder aufzunehmen.


Sandra, mir geht es ganz genauso und ich finde es sehr schade, dass meine Opas und Omas verstorben sind. Ich hätte ihnen gerne einige Fragen gestellt. Viel erzählt haben sie zu Lebzeiten allerdings nie. Meine Oma ist aus Schlesien geflüchtet, mein einer Opa war nicht im Krieg (ich weiß allerdings gar nicht, was ihn "untauglich" gemacht hat). Ich weiß, dass der Bruder meiner Opa kurz gegen Kriegsende in amerikanische Gefangenschaft geriet und aufgrund eines Missverständnisses erschossen wurde (man dachte wohl, er wollte flüchten, aber das war wohl gar nicht so), dass mein Opa ein Gewehr vor den Amerikanern auf dem Dachboden eingemauert und Schnapsflaschen im Garten vergraben hat. Viel mehr haben sie allerdings nicht erzählt und ich frage mich, ob sie meine Fragen beantwortet hätten, oder ob sie ausgewichen wären?

In dem Buch "Deine Juliet" waren zwei Sätze zu finden, die die Schweigsamkeit der Kriegsgeneration über den Krieg sehr gut erklärten. Zum einen, dass man während des Krieges genug über den Krieg geredet hat und man danach einfach nicht mehr darüber sprechen wollte und zum anderen, dass es zu viele schrecklich Dinge gegeben hat, über die man nicht mehr sprechen konnte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 21.10.2018, 08:49 
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Das sind alles spannende Themen, mein Vater musste als Junge aus Pommern flüchten, und er erzählt bis heute viel von der Zeit, von seiner Familie. Meine Mutter hat immer nur ganz wenig erzählt, auch ihre Familie (sie kam aus Berlin) hatte Schlimmes mitgemacht.
Wie sich die Erlebnisse dieser Generationen weiter auf die Kinder und Enkel auswirken, dazu hat https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sabine_ ... stin,_1947)
umfangreich veröffentlicht. Vieles überträgt sich über Verhaltensweisen, Unausgesprochenes.
Auf jeden Fall danke für die Leseempfehlung, ich werde das Buch auch lesen.

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LG Kerstin


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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 01.11.2018, 15:15 
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Auch von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Das Buch hat mich sofort gefangen genommen und ich hatte Mühe es aus der Hand zu legen, und das, obwohl es doch wirklich keine leichte Kost ist. Das Buch lässt sich aber sehr gut lesen.
Die Zeugenberichte sind fürchterlich, aber der Ton wird nie reißerisch.
Erschütternd fand ich das Bild auf die Gesellschaft in der 60er Jahr, wie sehr die Zeit von Schweigen und Lügen und alten Seilschaften geprägt war. Das wusste ich zum Teil auch schon, aber in diesem Buch wird das sehr klar und sehr deutlich erzählt.

Ich muss zugeben, dass ich auch wenig über die Geschichte meiner Familie in der Zeit weiß. Meine Großeltern sind schon lange tot, auch meinen Vater kann ich nicht mehr fragen und meine Mutter war zu Kriegsende noch ein kleines Mädchen.
Ich kann mich nicht erinnern, dass in der Großelterngeneration über diese Zeit gesprochen wurde. Allerdings habe ich auch nie gefragt.
Ich erinnere mich aber, dass wir bei der Wohnungsauflösung nach dem Tod meines Opas ganz hinten im Stammbuch einen Ariernachweis gefunden haben. Da hab ich dann Gänsehaut bekommen. Ein Dokument zu sehen, dessen Fehlen quasi damals ein Todesurteil war, war mir unheimlich. Das war etwas ganz anderes als alte Fotos aus der Zeit zu betrachten.

P.S. Annette Hess ist übrigens eine erfolgreiche Drehbuchautorin , u.a. stammen "Ku'damm 56" und "Weissensee" von ihr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 26.11.2018, 14:02 
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Ich bin jetzt auch durch und auch ich konnte das Buch nicht loslassen und es einfach weglegen. Mir hat die Sichtweise von Eva und ihr Erkennen der Vergangenheit richtig gut gefallen. Ein so schweres Thema so zu verpacken finde ich richtig gut.

Bei mir zu Hause wurde übrigens immer über den Krieg und auch den Holocaust erzählt. Meine Großeltern, die mit im Haus gelebt haben (Jahrgang 1921 bzw. 1923), haben mir davon erzählt und auch meine Uroma hat mir ganz viel darüber berichtet. Ich konnte auch immer fragen bzw. nachfragen. Ich hatte die Tage meine Mama mal angesprochen, ob da etwas verschwiegen wurde und da hat sie zu mir gesagt, nein nie. Mein Opa (ihr Vater) war im Krieg und später auch in englischer Kriegsgefangenschaft und darüber hat er immer offen darüber geredet, was und wie er diese Zeit empfunden hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 26.11.2018, 15:52 
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Der Nachname ist aber Zufall, oder?

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 26.11.2018, 16:13 
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Du meinst den Nachnamen der Autorin? Ich denke schon.
https://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Hess

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 28.11.2018, 16:05 
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lesender Löwe
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Ulrike hat geschrieben:
Du meinst den Nachnamen der Autorin? Ich denke schon.
https://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Hess


Genau, ja da hatte ich auch nachgesehen, ich dachte, dass vielleicht im Buch was steht?

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 07.01.2019, 22:23 
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Dies Buch war Auftakt meines Lesejahres 2019 und wird vermutlich zum Ende des Jahres auch unter meinen Highlights stehen.

Zuvor hatte ich einen Roman über eine jüdische Familie aus Krefeld (1926 - 1938) gelesen, erster Band einer Trilogie; nun mache ich gerade weiter mit "Schuhhaus Pallas" von Amelie Fried (Großvater war Jude und überlebte KZ). Gleich werde ich noch "Holocaust1/4 (1935-1940) einschalten, eine 40 Jahre alte Serie, die ab heute auf den Dritten (s.a. Mediathek ARD) wiederholt wird. bzw. So klingt, was ich gelesen habe, noch etwas weiter.

"Deutsches Haus" ist ein sehr gutes Buch und ich kann mich anderen Lesern nur anschließen. Auch von mir klare Leseempfehlung! Es drückt nicht auf die Tränendrüse, ist genau richtig dosiert und sehr gut lesbar.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 07.01.2019, 23:09 
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aufmerksame Administratorin
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Ich lese gerade: Sofia Lundberg "Das rote Adressbuch"
Ich kann mich noch an die Erstausstrahlung von "Holocaust". Da muss ich so 14 oder 15 gewesen sein.
Das war so bedrückend und schrecklich.
Wer es nicht kennt sollte es unbedingt ansehen.

Die Serie hat übrigens Meryl Streep bekannt gemacht.



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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 08.01.2019, 00:32 
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geniale Giraffe
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Ich lese gerade: Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben
„Holocaust“ habe ich auch als Jugendliche damals gesehen. Es war absolut verstörend, auch weil damals der Holocaust nirgendwo thematisiert wurde.
Ich bin heute noch einer älteren Aushilfslehrerin dankbar, die uns in der 5. oder 6. Klasse am 9.11. von der sogenannten „Reichskristallnacht“, also den Progromen erzählt hat, das erste Mal, dass ich davon erfuhr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 13.01.2019, 08:40 
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geniale Giraffe
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Wohnort: Essen
Ich lese gerade: Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben
Ich habe das Buch gelesen und auch von mir gibt es eine Leseempfwhlzng. Der Schreibstil gefällt mir sehr, die Handlungsstränge sehr virtuos „gewebt“. Das Klima der 60 er sehr gut eingefangen . Mir ist nochmal deutlich geworden, wie kurz nach dem Krieg mein Bruder und ich geboren wurden ( 63 und 65), und wie „frisch“ die Kriegsereignisse eigentlich noch waren.
Im Fernsehen gab es einen sehr gut gemachten Spielfilm über Fritz Bauer, den Staatsanwalt in Frankfurt, und eine Dokumentation, da hatte ich schon einige Bilder von dem Prozess im Kopf.
Das Buch verdeutlicht auch den Mut der Überlebenden, die in so feindlicher Umgebung als Zeugen ausgesagt haben. Und sowas wie eine Opferbetreuung gab es damals noch gar nicht.
Ein sehr beeindruckendes, informatives und gut geschriebenes Buch .

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LG Kerstin


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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 18.01.2019, 16:17 
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eifrigster Elefant
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Ich lese gerade: nur Schrott, der ungefähr 1 Gehirnzelle erfordert
Bin jetzt auch "eingeknickt" :ggg und habs mir gekauft!

Ich bin noch nicht durch, muss aber schon was loswerden:

- was mir sofort auffiel, warum wird jemand aus einer so tümeligen Familie Dolmetscherin für ausgerechnet Polnisch? (da kommt doch noch was nach!?!). Und dass die Schwester "Münchhausen" hat, ist auch sofort klar.

- sehr, sehr gut: das Buch Buch schildert die Dinge aus der Sicht der damals aktuellen "unwissenden" Person. Das mag ich.

- aus meiner Sicht ist das Buch rassistisch! Die Schimpansen können ja nichts dafür, dass "die Bestie" so aussieht, aber die Autorin!
Sie hätte ja nun wirklich einen anderen Vergleich wählen können! m.E., solange sich der Bestien-Vergleich nicht auf einen spezifischen, belegt bösartigen, Schimpansen bezieht (und Schimpansen sind echt keine Schnuckelchen... im Gegenteil), ist es rassistisch!
Jedesmal, wenn das Wort "Schimpanse" auftaucht, lege ich das Buch weg und muss mich dann zwingen, es wieder weiterzulesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 19.01.2019, 13:57 
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eifrigster Elefant
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Ich lese gerade: nur Schrott, der ungefähr 1 Gehirnzelle erfordert
Fertig!
Neeee, das war nicht meins. Zu distanziert, ich konnte keine Beziehung zum Geschehen oder den Personen aufbauen, und insgesamt wars mir zu pathetisch angelegt.
Da gibt es bessere Bücher, die sich mit den Nürnberger Prozessen auseinandersetzen. Wenn man sich denn mit Auschwitz und so überhaupt auseinanderstzen kann.

Die Autorin soll gerne weiter gute Drehbücher für z.B. "Kudamm" (super Serie!) schreiben, aber das hier war für mein Empfinden nicht zielführend.
Und dann eben noch das Schimpansen-Dissing.

Was hätt ich mir für 16€ Tolles kaufen können, was mir Spass gemacht hätte!

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 19.01.2019, 23:02 
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gebildeter Gepard
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@Schussel: es geht in diesem Buch nicht um die Närnberger Prozesse, sondern um die Frankfurter Auschwitz-Prozesse, die gut 15 Jahre später stattgefunden haben. Mir ist bislang keine literarische Umsetzung dieser Zeot bekannt - insbesondere, was die langen Schatten der NS-Zeit betrifft. Wenn du einen anderen Roman über diese Zeit kennst, bin ich für eine Leseempfehlung dankbar.

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 Betreff des Beitrags: Re: Annette Hess - Deutsches Haus
BeitragVerfasst: 20.01.2019, 00:36 
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eifrigster Elefant
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Ich lese gerade: nur Schrott, der ungefähr 1 Gehirnzelle erfordert
:danke für die Richtigstellung!
Ich hatte mich beim Lesen zwar manchmal unterschwellig gewundert, wollte aber nicht zurückblättern.
Muss mal schauen was ich dazu habe, oder ob es aus der Bib war, aber ich bin ziemlich sicher, dass es nur Sachbücher waren.

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