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 Betreff des Beitrags: Klaus Kordon
BeitragVerfasst: 12.04.2010, 08:02 
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korrespondierender Kaiserschnurrbarttarm
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Ich lese gerade: Steven Erikson: Memories of Ice - A Tale of the Malazan Book of the Fallen
Kennt einer von euch die Bücher von Klaus Kordon? Die habe ich mit 14 regelrecht verschlungen.
Die Bücher sind alle als historische Bücher einzustufen und spielen in verschiedenen Ländern.

Am besten fand ich damals (und auch heute noch)

Triologie der Wendepunkte
Die roten Matrosen oder ein vergessener Winter
Mit dem Rücken zur Wand
Der erste Frühling

und

Krokodil im Nacken

Alle vier Bücher spielen in Deutschland, die ersten drei sind eine Triologie und beleuchten die Ereignisse vom Ende des Kaiserreichs 1918, die Machtergreifung Hitlers und die letzten Tage des 2. Weldkrieges. Alle drei Bücher sind aus Sicht von Kindern und Jugendlichen aus dem Arbeitermillieu geschrieben.

Krokodil im Nacken beschreibt das Leben (einschließlich Flucht) in der DDR und ist als autobiografisches Werk zu sehen.

Hier dann noch einmal die original Kurzbeschreibungen:

Die roten Matrosen
Der erste Band der"Trilogie der Wendepunkte" Eine ganze Mietskaserne, die Ackerstraße 37, im Berliner Wedding wird lebendig, mit ihren Sorgen und Nöten, aber auch mit ihrem Hoffen, ihrem Zusammenhalt.

Berlin 1918/1919. Nach vier Jahren Weltkrieg verweigern die Matrosen der kaiserlichen Marine in Kiel den Befehl zum Auslaufen und kommen nach Berlin. In der Stadt beginnt es zu brodeln. Helmut, genannt Helle, und Fritz freunden sich mit den meuternden Matrosen der Hochseeflotte an, erleben die Revolution mit, den Sieg - und auch die Niederlage. Eine ganze Mietskaserne, die Ackerstraße 37, in Berlins ärmster Gegend, dem Wedding, wird lebendig, mit ihren Sorgen und Nöten, aber auch mit ihrem Hoffen, ihrem Zusammenhalt.

Mit dem Rücken zur Wand
Der zweite Teil der "Trilogie der Wendepunkte". Berlin (1932/33). Wohnungselend und Arbeitslosigkeit haben ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Zeit lebt Hans Gebhardt, fünfzehn Jahre alt, begeisterter Turner, Hinterhofkind.

Berlin 1932/1933: Die Weimarer Republik geht dem Ende entgegen, die Nationalsozialisten übernehmen die Macht. Der 15-jährige Hans muss sich immer wieder entscheiden: für oder gegen den Bruder Helle, der Kommunist ist; für oder gegen seine Schwester Martha, deren Freund in die SA eingetreten ist; für oder gegen seine Freundin Mieze, die sich vor der Zukunft fürchtet. Zürcher Jugendbuchpreis "La vache qui lit" Preis der Leseratten des ZDF und andere Auszeichnungen

Der erste Frühling
Berlin, Frühjahr 1945. Die zwölfjährige Änne, die bei den Großeltern wohnt, erlebt die letzten Monate des Krieges und wie die sowjetische Armee die Stadt besetzt. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, den sie noch nie gesehen hat. Es ist ihr Vater, der das KZ überlebt hat. Dritter Teil der "Trilogie der Wendepunkte der deutschen Geschichte".

Berlin, Frühjahr 1945. Tag und Nacht ist Bombenalarm. Die Nazi-Führung gibt Durchhalteparolen aus, Hitlerjungen werden gegen russische Panzer eingesetzt, und auch das Haus Ackerstraße 37, in dem die Gebhardts wohnen, wird bitter verteidigt. Dann ist der Krieg zu Ende, und die sowjetische Armee besetzt die Stadt. Für die zwölfjährige Änne ist es besser, sich von ihrer Großmutter die Zöpfe abschneiden zu lassen und als Junge herumzulaufen. Doch im Gegensatz zu Dieter und den Kuckuckskindern, die niemanden mehr haben und in einer Ruine hausen, geht es ihr noch gut. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, den Änne noch nie gesehen hat und an den sie sich gewöhnen muss: ihr aus dem KZ befreiter Vater. - Ein bewegender Roman über das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Hoffnung auf einen Neuanfang.

Krokodil im Nacken
Soll man sich das antun? Noch einmal Nachkriegszeit und deutsche Teilung, Mauerbau und Stasi-Knast? Tun Sie es, Sie werden es nicht bereuen. Auf 800 Seiten keine flaue Stelle, kein Hänger. Der Bestsellerautor Kordon erzählt lustig, spannend und klischeefern von seiner Kindheit und Jugend in der Osthälfte Berlins. Und er berichtet bedrückend genau von seiner Stasi-Haft in den 70er-Jahren. Natürlich sind die Haft- und Verhörmethoden des östlichen Staatsapparates inzwischen gängiges Thema in der Literatur. Aber Kordon erzählt Neues. Er zeigt nicht nur unbezweifelbare Grausamkeit, sondern versucht hinter die Stirnen der Vernehmer und Wächter zu dringen. Damit entsteht auch hier ein Bild fern der vielen Klischees, die so nahe gelegen hätten.

Dass Kordon sonst für Kinder schreibt, kommt dem erwachsenen Leser zugute. Der Erzähler treibt die Geschichte voran, Kinder wollen schließlich wissen, wie es weitergeht. Und Kordon bleibt stets detailgenau, ohne detailverliebt zu werden, Kinder lieben das Konkrete. Ein Kinderbuchautor muss sich auch stets Gedanken machen, welche Informationen seine Leser jeweils benötigen, um der Erzählung folgen zu können. Kordon hat deshalb die eigene Geschichte zugleich ein wenig als Geschichtsbuch geschrieben: Wer sich nicht mehr genau erinnert (oder nie wusste), wie der politische Irrsinn einst in und um Berlin tanzte, bei Kordon erfährt er nebenher auch das.

Erzählerisches Können verbindet sich überzeugend mit der Authentizität des Selbsterlebten. Herausgekommen ist so etwas wie ein Buch für die ganze Familie: Die aufgeweckte Zwölfjährige wird es ebenso spannend finden wie der geschichtsinteressierte Mitzwanziger, von Papa und Mama, Oma und Opa ganz zu schweigen.

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Gruß Jasmin


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 Betreff des Beitrags: Re: Klaus Kordon
BeitragVerfasst: 12.04.2010, 09:12 
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eifrigster Elefant
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Klaus Kordon ist meiner Meinung nach einer der besten (wenn nicht der beste!) Jugendbuch-Autor(en) in Deutschland. Seine Bücher verschlinge ich noch immer, auch, wenn ich sie z. T. schon mehrfach gelesen habe.
Neben der Trilogie der Wendepunkte kann ich auch sehr empfehlen und den Folgeband . Ähnlich wie in der Trilogoe der Wendepunkte werden hier anhand einer Familiengeschichte die Anfänge der Demokratie in Deutschland erzählt. Auch für diese Bücher gilt: Historisches wird sehr gut verpackt und und spannend erzählt, wie es einfach nur Kordon kann!

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Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte.

Arthur Schopenhauer


Liebe Grüße
Inga


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 Betreff des Beitrags: Re: Klaus Kordon
BeitragVerfasst: 12.04.2010, 17:42 
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eifrigster Elefant
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Ich habe auch einige Bücher von ihm gelesen und war immer begeistert. Vor allem das von Inga erwähnte Buch über Jette und Frieder habe ich noch gut im Gedächtnis, das habe ich auch mehrmals gelesen.

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Liebe Grüße,
Julia

“Books are the plane, and the train, and the road. They are the destination, and the journey. They are home.”
Anna Quindlen in "How Reading Changed My Life"


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 Betreff des Beitrags: Re: Klaus Kordon
BeitragVerfasst: 13.04.2010, 11:56 
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korrespondierender Kaiserschnurrbarttarm
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Beiträge: 32
Ich lese gerade: Steven Erikson: Memories of Ice - A Tale of the Malazan Book of the Fallen
Ich finde, dass seine Bücher, die in Deutschland spielen die besten sind. Von den Büchern, die im Ausland spielen habe ich nur "Wie Spucke im Sand genz gelesen". Ich kann aber grade nicht mehr sagen, warum mir die anderen Bücher nicht so gefallen haben und nachlesen wird auch schwierig

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Gruß Jasmin


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 Betreff des Beitrags: Re: Klaus Kordon
BeitragVerfasst: 27.04.2010, 12:55 
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gesprächiges Gnu
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Beiträge: 402
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Die Trilogie der Wendepunkte gehört zu den Büchern, die ich immer wieder lese.

Von "Krokodil im Nacken" gibt es eine Fortsetzung : "Auf der Sonnenseite".
Reicht aber meiner Meinung nach nicht an den ersten Band ran.

Er ist ja auch der Autor der Biographie über Erich Kästner "Die Zeit ist kaputt".

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Viele Grüsse

Wibke :lesen


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 Betreff des Beitrags: Re: Klaus Kordon
BeitragVerfasst: 08.01.2013, 22:34 
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geniale Giraffe
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Wohnort: Weisenheim
Ich lese gerade: **
Das Karussell

Die Geschichte von Bertie und Lisa, zwei, die nichts voneinander wissen und sich aufeinander zu bewegen, als wären sie füreinander bestimmt. Ein wunderbarer Roman, mit dem Kordon die Geschichte einer großen Liebe in den Zeiten des 2. Weltkriegs erzählt und nebenbei ein halbes Jahrhundert Revue passieren lässt. Als die beiden sich begegnen, haben sie schon so manches erlebt: Immer musste das Berliner Servierfräulein Lisa Gerber, die in den Harzer Bergen aufwuchs, für andere da sein. Bertie Lenz, der seine Kindheit und Jugend im Waisenhaus verbringen musste, lebt als Maurer zur Untermiete. Als er sich mit SA-Leuten anlegt, verhilft Lisa ihm zur Flucht. Dann steht er plötzlich vor ihrer Tür – und will nicht mehr fort. Doch bleibt ihnen für ihre Liebe nicht viel Zeit, denn 1939 beginnt der Krieg und ein Jahr später wird Bertie eingezogen und kommt nach Russland. Für Lisa beginnt die Zeit des Wartens. Ihre einzige Erinnerung an Bertie ist ein Kind, Manni, und ein kleines buntes Blechkarussell zum Aufziehen.

Dank eines Gutscheines (:wave Claudia) durfte ich das Buch auf der Buchmesse dieses Jahr vom Autor signiert mit nach Hause nehmen.
Die Geschichten von Lisa & Bertie die kurz vor dem 1.Weltkrieg beginnen und bis nach dem 2.Weltkrieg erzählt werden haben mich sehr berührt. Die Zeit in der das Buch spielt und die Entwicklungen werden sehr anschaulich dargestellt - das finde ich für meinen Teil auch heute noch wichtig sich an diese Zeit zu erinnern und gerade den jungen Menschen anhand der Geschichte von 2 ganz normalen Personen den Alltag damals zu veranschaulichen. Das Buch hat hat mich zwar am Ende auch traurig gestimmt, aber auf jeden Fall eine ****Sterne Leseempfehlung von mir!

_________________
Irina Bild

Pour yourself a drink, put on some lipstick, and pull yourself together - Elisabeth Taylor


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 Betreff des Beitrags: Re: Klaus Kordon
BeitragVerfasst: 18.05.2020, 18:40 
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muntere Moderatorin
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Registriert: 20.02.2007, 19:59
Beiträge: 2653
Wohnort: Hannover
Ich lese gerade: Teresa Simon; Die Lilienbraut
Wibke hat geschrieben:
Er ist ja auch der Autor der Biographie über Erich Kästner "Die Zeit ist kaputt".


336 Seiten, Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg; empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Kurzbeschreibung (Amazon):
Noch immer gilt es, einen der vielseitigsten deutschen Autoren neu zu entdecken: den Satiriker, Journalisten, Lyriker und Moralisten Erich Kästner (1899-1974).

Noch immer gilt es, einen der vielseitigsten deutschen Autoren neu zu entdecken: den Satiriker, Lyriker und Moralisten Erich Kästner. Als politischer Publizist war er Mitarbeiter der "Weltbühne", er schrieb "Gebrauchslyrik" und veröffentlichte Theaterstücke und Filmdrehbücher. Durch seine Kinderbücher ist er heute populärer als durch seinen satirischen Roman "Fabian". Im "Dritten Reich" gehörte Kästner zu den "verbrannten Dichtern", ohne zu emigrieren. Seine Lebensgeschichte ist eng verbunden mit den gesellschaftlichen Verhältnissen seiner Zeit. - Klaus Kordon bringt uns den Kästner nahe, den wir heute brauchen.


Zum Autor (Verlag):
Klaus Kordon wurde 1943 im Berliner Nordosten geboren. Der Vater blieb im Krieg, die Mutter starb 1956. Er kam ins Kinderheim, später ins Jugendheim. Er studierte Volkswirtschaft. Nach einem Jahr politischer Haft in der DDR zog er in die BRD. Heute lebt er in Berlin.

Als Kaufmann unternahm er viele Reisen ins Ausland (Asien, besonders Indien, Nordafrika, Australien, Südamerika). Seit 1980 ist er als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Seine zahlreichen Veröffentlichungen (Erzählungen, Lyrik, Kinder- und Jugendbücher) wurden in viele Sprachen übersetzt und mit namhaften nationalen und internationalen Preisen bedacht.

Seine Biographie über Erich Kästner "Die Zeit ist kaputt" wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.


Letztes Jahr habe ich die Biographie gelesen. Klaus Kordon lässt in der Erich Kästner Biografie in Zitaten nicht nur Kästner, sondern auch seine Zeitgenossen zu Wort kommen. Der Schwerpunkt liegt auf der Kindheit, seiner frühen Erfolge und dann vor allem der Zeit des dritten Reiches, als Kästner als verbotener Autor versucht in Deutschland trotzdem über die Runden zu kommen.

In mir ist der Wunsch entstanden mal intensiver in meinen Kästner für Erwachsene / 4 Bänden zu lesen, die ich vor fast zehn Jahren aus dem Öffentl. Bücherschrank mitgenommen hatte. Die Fime Erich Kästner - Das andere Ich und Kästner und der kleine Dienstag kenne ich, haben mir den Autoren auch schon etwas näher gebracht. Mir hat es sehr gefallen, durch das Buch mich intensiver mit der Person zu beschäftigen.

Wer sich für den Menschen Kästner interessiert und erfahren möchte, was ihn antrieb und was seine Veröffentlichungen beeinflusste, liegt mit diesem Buch sicher nicht falsch.

_________________
Liebe Grüße von Christiane
***********************************
"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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