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 Betreff des Beitrags: Franziska Moll
BeitragVerfasst: 11.01.2014, 16:58 
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Franziska Moll - Was ich dich träumen lasse

Ich hätte nichts dagegen, immer mit dir alleine zu sein.

Wir würden uns auf die Nerven gehen.

Stell dir vor, du wärst die einzige, der ich Witze erzählen könnte. Du würdest sie alle abkriegen.

Das wäre mir egal. Wenn nur wir auf der Welt wären, wäre alles einfacher. Überschaubarer. Du reichst mir.

Elena hat ihr Glück gefunden mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe.
Elena ist bis in die Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in der Schwärze seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein Leben leben kann, wird sie seine Top Ten abarbeiten und ihm jeden Tag von ihren Erfahrungen berichten.
Ihr zur Seite steht ganz unerwartet ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena, Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen.

Das Buch hat ein trauriges, nachdenklich machendes Thema und es hat einen ungewöhnlichen Stil.
Rico liegt im Koma, Elena, seine Freundin, fühlt sich schuldig am Unfall. Sie will um ihn kämpfen, nur wie? Was kann sie tun? Sie beschließt, eine Liste abzuarbeiten von Dingen, die Rico mit ihr zusammen machen wollte. Das finde ich persönlich sehr interessant, ich bin auch ein Listenmensch, mag es, Sachen durchzustreichen, Listen abzuarbeiten. Dadurch fühlte ich mich Rico ein wenig nahe. Rico, der ja nur in Rückblenden vorkommt, der aber trotzdem richtig greifbar ist.

Das verwirrende dieses Buches ist die Schreibweise. Es gibt immer wieder Rückblenden, die in die Erzählung der Gegenwart eingeschoben werden. Dabei werden sie nur etwas eingerückt und mit einem Punkt am Anfang der Zeile gekennzeichnet, heben sich also wirklich kaum von dem normalen Text ab. Das ist vor allem am Anfang etwas verwirrend und dann noch einmal, wenn auf einmal auch Erinnerungen an Handlungen von Elena und dem Krankenpfleger Tim, der ihr beim Abarbeiten der Liste hilft, auf die gleiche Art dargestellt werden.
Das Buch wird aus der Sicht von Elena erzählt, wodurch man ganz nah dran ist an der Geschichte, wodurch es aber eben auch etwas sprunghaft wird. Dazu ist es in einem recht abgehackten Stil geschrieben. Das macht dieses Buch zu etwas besonderen. Und auch wenn das jetzt alles vermutlich nicht gerade positiv klang, ich mag den Schreibstil, denn er passt zum Buch, passt zu der Geschichte.

Das Thema ist traurig und ernst, und doch gibt es immer wieder lustige und leichte Momente. In den Rückblenden, aber auch beim Abarbeiten der Liste.
Die Geschichte ist berührend und ergreifend und sehr faszinierend. Mich hat sie sehr in ihren Bann gezogen.

Allerdings, am Ende geht leider alles etwas schnell, fehlen einige Erklärungen, die ich gerne noch gehabt hätte. Dadurch werden einige Handlungen und Geschehnisse nicht wirklich nachvollziehbar. Das Buch hätte gerne ein paar Seiten länger sein dürfen, ich denke, dann hätte es einen viel runderen Abschluss haben können. So blieb ich etwas verwirrt zurück. Ein wenig unzufrieden.
Vor allem aber auch sehr bewegt.

"Was ich dich träumen lasse" ist ein besonderes Buch, eins, das zum Nachdenken anregt, eins, das traurig macht beim Lesen. Definitiv keine einfache Lektüre, aber eine, die sich trotz mancher Schwächen am Ende lohnt - vorausgesetzt man schafft es, sich auf den besonderen Stil, das sprunghafte und abgehackte in der Erzälung, einzulassen.

_________________
Liebe Grüße,
Julia

“Books are the plane, and the train, and the road. They are the destination, and the journey. They are home.”
Anna Quindlen in "How Reading Changed My Life"


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