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 Betreff des Beitrags: Elena Ferrante
BeitragVerfasst: 16.03.2018, 16:51 
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Ich lese gerade: Åsa Hellberg "Wir sehen uns im Sommer"
Meine geniale Freundin
Kindheit und frühe Jugend
Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.
Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.
Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.
Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?


Die Geschichte eines neuen Namens
Jugendzeit
Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt.
Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen?


Die Geschichte der getrennten Wege
Erwachsenenjahre
Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen – den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen – und arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Fabrik. Elena hat ihr altes neapolitanisches Viertel hinter sich gelassen, das Studium beendet und ihren ersten Roman veröffentlicht. Als sie in eine angesehene norditalienische Familie einheiratet und ihrerseits ein Kind bekommt, hält sie ihren gesellschaftlichen Aufstieg für vollendet. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie ständig an Grenzen gerät.
Ganze Welten trennen die Freundinnen, doch gerade in diesen schwierigen Jahren sind sie füreinander da, die Nähe, die sie verbindet, scheint unverbrüchlich. Würde da nur nicht die langjährige Konkurrenz um einen bestimmten Mann immer deutlicher zutage treten.


Die Geschichte des verlorenen Kindes
Reife und Alter
Elena ist schließlich doch nach Neapel zurückgekehrt, aus Liebe. Die beste Entscheidung ihres ganzen Lebens, glaubt sie, doch als sich ihr nach und nach die ganze Wahrheit über den geliebten Mann offenbart, fällt sie ins Bodenlose. Lila, die ihren Schicksalsort nie verlassen hat, ist eine erfolgreiche Unternehmerin geworden, aber dieser Erfolg kommt sie teuer zu stehen. Denn sie gerät zusehends in die grausame, chauvinistische Welt des verbrecherischen Neapels, eine Welt, die sie Zeit ihres Lebens verabscheut und bekämpft hat.

Bei allen Verwerfungen und Rivalitäten, die ihre lange gemeinsamen Geschichte prägen – Lila und Elena halten einander die Treue, und fast scheint das Glück eine späte Möglichkeit. Aber beide haben sie übersehen, dass ihre hartnäckigsten Verehrer im Lauf der Jahre zu erbitterten Feinden geworden sind.


*******

Elena und Lila verbindet eine lebenslange Freundschaft.
Die beiden Mädchen wachsen in den 50er Jahren in einem armen Vorort von Neapel auf. Ihr Leben ist geprägt von Armut, Gewalt, von der Camorra, von brutalen Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Faschisten. Beide Mädchen sind sehr intelligent und finden in ihrer Grundschullehrerin eine Förderin. Nach der Grundschule darf Elena auf die Mittelschule und später auf das Gymnasium, Lila dagegen muss die Schule nach der 5. Klasse verlassen und in der Schumacherwerkstatt ihres Vaters arbeiten.
So gegensätzlich wie ihr Werdegang sind auch die beiden Mädchen. Elena ist hübsch und blond, sehr ehrgeizig und fleißig. Sie muss sich ihren Erfolg hart erarbeiten und ist stets davon getrieben die Beste zu sein.
Lila ist dunkelhaarig, mager und rauh, völlig unangepasst, sehr agressiv und boshaft, auch ihrer Freundin Elena gegenüber. Sie weiß genau, wie man Menschen manipulieren kann.
Bis zum Schluss habe ich mich immer wieder gefragt, warum Elena Lila die Freundschaft hält.
Die beiden können nicht miteinander, aber auch nicht ohne.
Elena lebt immer im Glauben, dass sie ihren Erfolg nicht verdient hat, dass Lila eigentlich die bessere von ihnen beiden ist. Und Lila lässt sie das oft genughäufig auch spüren. Lila hat mich abgestoßen und gleichzeitig wieder fasziniert, weil sie trotz ihres von Armut und Gewalt geprägten Lebens nie ihren Mut und ihre Kreativität verliert, oft genug sprüht sie geradezu vor Energie. Elena dagegen ist zunächst brav und angepasst, sie heiratet in eine angesehene norditalienische Familie ein, entfremdet sich von ihrem Mann und den Erwartungen, die die Familie an sie stellt und bricht aus, aus ihrer Ehe und den Erwartungen an Frauen zu dieser Zeit. Lila hat wahnsinniges Potenzial, dass sie nicht ausleben darf und überträgt ihren Ehrgeiz auf Elena. Elena dagegen zweifelt immer an sich selbst und schreibt ihren Erfolg und Aufstieg allein der Inspiration durch Lila zu.
Die völlig gegensätzlichen Frauen und ihre unterschiedlichen Lebenswege sind natürlich das zentrale Thema der Bücher. Sie sind wie schwarz und weiß, wie gut und böse, wie Licht und Schatten, wie Liebe und Hass. Die eine kann ohne die andere nicht existieren, obwohl sie sich nicht gut tun. Ihre Freundschaft ist immer von einer starken Rivalität und ganz viel Solidarität gekennzeichnet.
Sie sind wie zwei Hälften eines Ganzen.

Um Elena und Lila herum gibt es einen großen Kosmos an Nebenfiguren, die immer wieder auftauchen.
Über ein halbes Jahrhundert erzählt die Autorin eine Geschichte über einen armseligen Vorort von Neapel (heute würde man wohl sozialer Brennpunkt sagen) und seine Bewohner, eine Geschichte über Bildung, sozialen Aufstieg und Emanzipation.
Und man erlebt die Entwicklung Italiens ab der Nachkriegszeit mit Höhen und vor allem Tiefen, blutige und tödliche Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Faschisten, Anschläge der Roten Brigaden, Studentenrevolten, Korruption und Camorra und die furchtbare Situation und Armut in den Elendsvierteln von Neapel.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Bücher so fesseln, dass ich alle vier Bände hintereinander weg lesen würde. Allerdings enden die Bände 1-3 mit fürchterlichen Cliffhangern. Ich hatte das Gefühl, die Erzählung endet mitten im Satz. Daher war ich froh, dass ich die Reihe erst jetzt begonnen habe und sofort alle vier Bände zur Verfügung hatte.

_________________
Bild Liebe Grüße Ulrike
Man kann die Dinge immer von zwei Seiten betrachten - es spricht nichts dagegen, es von der positiven zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Elena Ferrante
BeitragVerfasst: 17.03.2018, 13:49 
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gebildeter Gepard
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Registriert: 18.02.2007, 23:37
Beiträge: 606
Ich habe den ersten Band letztes Jahr von meinem Chef zum Geburtstag bekommen und war nicht sehr glücklich darüber, er hat mich so gar nicht interessiert. Vielleicht sollte ich ja doch mal versuchen, mich dranzumachen?

_________________
Liebe Grüße
Claudia


Der Weg zu innerem Frieden beginnt mit drei Worten:
NICHT. MEIN. PROBLEM.


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