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 Betreff des Beitrags: Joseph Kanon
BeitragVerfasst: 21.06.2012, 12:35 
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Die Tage von Los Alamos

Anno 1945

New Mexico: Unter dem Decknamen ›Manhattan Project‹ arbeiten in Los Alamos hochrangige Wissenschaftler, darunter viele Emigranten aus Europa, fieberhaft an der Entwicklung der ersten Atombombe. Als ein Sicherheitsbeamter in der Nähe von Santa Fe ermordet aufgefunden wird, steht das bestgehütete Geheimnis des Zweiten Weltkriegs auf dem Spiel ...

Mit einer Krimi-Analyse von ZEIT-Autor Gero von Randow:

In ›Die Tage vor Los Alamos‹ bringt uns Joseph Kanon die fieberhafte Atmosphäre beim Bau der Atombombe unter der Leitung von J. Robert Oppenheimer nahe und beschwört eindringlich die von Misstrauen und Angst besetzte Atmosphäre dieser Zeit herauf. In einem exklusiven Anhang zum Roman erläutert die ZEIT-Redaktion Roman und Realität in ›Die Tage vor Los Alamos‹ und zeigt die historischen Hintergründe des ›Manhattan Project‹ auf.


Michael Connolly ist ein ‚Umschreiber’, ein Journalist in Staatsdiensten, der darauf achtet, dass die amerikanische Öffentlichkeit die „richtige“ Art von Berichterstattung über den 2. Weltkrieg erhält. Einem Kollegen erklärt er seine Rolle so:„“Eine Zeit lang gab es keine amerikanischen Opfer – nur die Deutschen wurden erschossen -, aber das hat sich in letzter Zeit geändert. Nicht einmal die Army konnte diese Lüge aufrecht erhalten.“ „Soll das heißen, Sie schreiben Propaganda?“ … „Nein. Keine Propaganda. Das sind große Lügen. Getürkte Geschichten – wie Göbbels sie am Anfang verbreitete. Wir erfinden nichts. Das ginge heutzutage auch gar nicht mehr. Wir betrachten die Dinge nur aus dem richtigen Blickwinkel – und sorgen dafür, dass die Leute sich dabei besser fühlen. Also, lassen sie sich nicht entmutigen. Wir haben keine schweren Verluste, wir stoßen nur auf heftigen Widerstand. Ein deutscher Vormarsch ist allenfalls ein letzter, verzweifelter Gegenangriff. Keine Leichenteile, keine Verstümmelungen, keine heraushängenden Gedärme – nur saubere Schusswunden. Französische Dörfer sind froh, uns zu sehen – müssen sie wohl auch sein. Unsere Jungs bekommen keinen Tripper – und verbreiten ihn auch nicht. Wir haben nicht vor, jemanden unabsichtlich zu bombardieren, also tun wir es auch nie. Die Army hat in New Mexico nichts am Laufen. Es gibt kein Manhatten Project.““

Mike hat Erfahrung darin, unauffällig und ruhig komplexe und brisante Fälle aufzuarbeiten, deshalb wird er nach Los Alamos geschickt, eine Siedlung, die es offiziell gar nicht gibt und in der am größten militärischen Geheimnis des zweiten Weltkrieges gearbeitet wird – der Atombombe. In der kleinen Stadt am Fuße des Militärlagers wurde der Wachmann Karl Brauner gefunden, mit eingeschlagenen Hinterkopf und bloßem Unterkörper. Ein Sexualdelikt? Oder war Brauner ein Spion? Offizielle Untersuchungen innerhalb des Lagers sind nicht möglich, deshalb übernimmt Mike Connolly Brauners Wachdienst, sein Zimmer, sein Leben und versucht stückweise, Brauners letzte Tage und Wochen nachzuvollziehen. Welche Rolle spielt dabei die schöne Emma Pawlowski? Welche die zahllosen Emigranten aus Europa, die abends zu Hausmusik und Apfelstrudel einladen? Wird Robert Oppenheimer es schaffen, die Bombe rechtzeitig fertig zu stellen?

Irgendwie weiß man es ja: Hitler hat an seinen V-Raketen gearbeitet und die Amerikaner, (auch) mit Hilfe exildeutscher Wissenschaftler, an der Atombombe. Deutschland hat im Mai 1945 kapituliert, da war die Bombe noch nicht fertig, ein paar Wochen später wurde sie gegen Japan eingesetzt. „Die Tage von Los Alamos“ erzählt eine Geschichte zu diesen dürren, historischen Fakten, macht sie einprägsamer und fassbarer. Für mich eine gute Gelegenheit, mir Gedanken zu machen über Angriff und Verteidigung, über Rechte und Pflichten der Menschen. Dabei ist das Buch in keiner Weise moralisierend, sondern ganz im Gegenteil, spannend, unterhaltsam und kurzweilig geschrieben. Man sieht die Sonne auf den Hügeln von New Mexico vor sich, das Lächeln auf Emmas Gesicht und die großartige Landschaft des amerikanischen Westens. Mein Urteil: lesenswert!

Das Buch ist Teil der ZEIT-Edition „Historische Kriminalromane“ und mit einem Nachwort von Gero von Randow versehen.

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Liebe Grüße von Susanne

Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, "Wo kämen wir hin!" und niemand ginge um mal zu sehen, wohin man käme wenn man ginge.
(gefunden in facebook)


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