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 Betreff des Beitrags: Caleb Carr
BeitragVerfasst: 13.07.2012, 09:53 
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gebildeter Gepard
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Die Einkreisung

1896

New York: Unter Polizeichef Theodore Roosevelt kommt es zu einem grauenvollen Mord, der sich als Teil einer ganzen Mordserie erweist. Mit den Ermittlungen wird Dr. Kreisler beauftragt, ein Vorläufer Sigmund Freuds. Gegen erbitterte Widerstände des weitgehend korrupten Polizeiapparats gelingt es ihm, mittels eines detaillierten Psychogramms den Mörder einzukreisen.

Mit einer Krimi-Analyse von ZEIT-Autor Tobias Gohlis:

Was uns heute als ›Profiling‹ durch verschiedene Fernsehserien längst zum geläufigen Begriff geworden ist, war im viktorianischen Zeitalter noch gänzlich unbekannt. Caleb Carr beschreibt das sukzessive Herantasten an den Mörder minutiös und liefert damit den Vorläufer zu allen heutigen Psychokrimis. In einem exklusiven Anhang zum Roman erläutert die ZEIT-Redaktion Roman und Realität in ›Die Einkreisung‹ und zeigt die historischen Hintergründe der Epoche auf.


Selten habe ich einen 500 Seiten langen Roman so schnell und vor allem so gerne gelesen! Und das, obwohl die im Buch geschilderten Morde an jungen, männlichen Prostituierten durchaus in einer Art und Weise beschrieben werden, die gar nicht schön ist …

New York, kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine aufstrebende Nation, ein Land der Hoffnung und des „besseren Lebens für die Kinder“, eine zukünftige Weltmacht. In den Elendsvierteln der Stadt ist davon aber nur wenig zu bemerken. Hier kämpfen Einwanderer aus Deutschland, Italien, Irland und vielen anderen Nationen jeden Tag um ein menschenwürdiges Überleben und betäuben ihren Kummer zuweilen mit Alkohol oder Gewalt gegen Schwächere. Die Polizei ist korrupt und kaum daran interessiert, ihre Bürger zu schützen.

Gegen diese Korruption kämpft energisch der neue Leiter der New Yorker Polizeibehörde, Theodore Roosevelt (der spätere Präsident der USA). Da er feststellt, dass bei Morden gegen Einwanderer nur schlampig ermittelt wird, beauftragt er ein privates Ermittlerteam sich eines Mordes anzunehmen, der sich als Teil einer ganzen Mordserie an jungen, männlichen Prostituierten erweist. Leiter der kleinen Gruppe ist der deutsch-ungarische Psychologe Dr. Laszlo Kreisler. Wir erleben die Geschichte aus dem Blickwinkel des Ich-Erzählers John Schuyler Moore, Journalist und ebenfalls Teil des Teams.

Die Detektive stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Nicht nur, dass weite Teile des Polizei- und Verwaltungsapparates alles tun, ihre Mission zum Scheitern zu bringen, sie haben auch kaum Anhaltspunkte, den Mörder zu finden. Dr. Kreisler verlegt sich daher auf eine Methode, die wir heute als 'Profiling' bezeichnen: Das Team versucht, aus den Handlungen Rückschlüsse über den Charakter des Täters zu ziehen. Unwichtige Kleinigkeiten führen zu ersten Einschätzungen, verdichten sich zu konkreten Hinweisen. Vieles davon scheint anfangs unwichtig zu sein, führt aber zu anderen Fragen und schließlich zu Lösungen. Die Detektive nutzen aber auch andere ‚moderne’ Ermittlermethoden, sie nehmen Fingerabdrücke (das kennt man noch heute) oder machen ein Photo der Pupille des Ermordeten, in der Hoffnung, das Bild des Mörders hätte sich dort eingeprägt (das hat sich weniger durchgesetzt). Am Ende wird der Täter tatsächlich ‚eingekreist’.

Das Buch lebt von seinen anschaulichen Beschreibungen des New Yorks des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Caleb Carr lässt uns teilhaben an Besuchen in Restaurants, in der Oper, bei der Familie Roosevelt, zeigt uns aber auch das Leben in Bordellen und Spielhöllen, in Gefängnissen und Irrenhäusern. Die Ermittler, darunter auch Sarah, eine der ersten Frauen bei der New Yorker Polizei, sind keine ‚Superhelden’, sondern zuweilen von Selbstzweifeln gequält und allgemein menschlich und sympathisch dargestellt. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, den Mörder zu finden, die Gruppe bildet ein gutes „Team“ – vielleicht einer der Gründe, warum mir das Buch gefallen hat: Ich mag Geschichten, bei denen gemeinsam ein Ziel erreicht wird.

Wer also Interesse an historischen Krimis bzw. am New York der Jahrhundertwende hat, dem kann ich sehr empfehlen, Caleb Carrs ‚Einkreisung’ zu lesen!

Das Buch ist Teil der ZEIT-Edition „Historische Kriminalromane“ und mit einem Nachwort von Tobias Gohlis versehen.

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Liebe Grüße von Susanne

Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, "Wo kämen wir hin!" und niemand ginge um mal zu sehen, wohin man käme wenn man ginge.
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 Betreff des Beitrags: Re: Caleb Carr
BeitragVerfasst: 13.07.2012, 14:49 
Danke für den Tipp Susanne, das Buch werde ich mir besorgen.. :yes


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 Betreff des Beitrags: Re: Caleb Carr
BeitragVerfasst: 13.07.2012, 15:22 
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gebildeter Gepard
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Dann hoffe ich sehr, dass Dir das Buch gefällt, Nicole :knuff

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Liebe Grüße von Susanne

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 Betreff des Beitrags: Re: Caleb Carr
BeitragVerfasst: 31.07.2012, 07:07 
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eifrigster Elefant
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Ich lese gerade: nur Schrott, der ungefähr 1 Gehirnzelle erfordert
Ich habe fertig!
Danke für den Tip, Susanne! Allerdings fand ich im Gegensatz zu dir nicht, dass es ein Schnelllesebuch ist, ich habe bestimmt 100 Seiten gebraucht um in den Stil oder die Zeit oder was auch immer reinzukommen (ist keine Kritik, geht mir bei anderen Autoren auch so). Dass es mir aber gefallen hat merkst du schon daran, dass ich mir gleich den Folgeband bestellt habe :yes

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LG ~ Schussel X Griffindor by birth, Slytherin at heart!
~ Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt. - J.L.Borges ~


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 Betreff des Beitrags: Re: Caleb Carr
BeitragVerfasst: 01.08.2012, 14:51 
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gebildeter Gepard
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Schussel, dann bin ich aber froh, dass Dir das Buch gefallen hat. Geschmäcker sind so unterschiedlich ...

Gibst Du Bescheid, wie der Nachfolgeband ist?

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 Betreff des Beitrags: Re: Caleb Carr
BeitragVerfasst: 06.09.2012, 10:21 
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eifrigster Elefant
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Ich lese gerade: nur Schrott, der ungefähr 1 Gehirnzelle erfordert
Engel der Finsternis

New York, 1897. Am hellichten Tag wird das Kleinkind eines spanischen Diplomatenehepaares gekidnappt. Eine delikate Angelegenheit, da das politische Verhältnis zwischen Spanien und den USA äusserst angespannt ist. Um jedes öffentliche Aufsehen zu vermeiden, wendet sich die verzweifelte Mutter an die Privatdetektei von Sara Howard, der Ex-Sekretärin des ehemaligen Polizeichefs Theodore Roosevelt. Vom Entführer fehlt jede Spur, und Sara merkt schnell, dass es sich hier um einen besonderen Fall handelt. Sie bittet deshalb ihre Freunde, die im Jahr zuvor einen Serienmörder zur Strecke gebracht haben, um Hilfe: den Psychiater Dr. Kreisler, den jungen Stevie Taggart und Cyrus Montrose, ausserdem John Schuyler Moore, trinkfester Polizeireporter der NY Times, und die beiden "beurlaubten" Detectives Marcus und Lucius Isaacson.
Bald wird klar, wer hinter der Entführung steckt: die offenbar abartig veranlagte Libby Hatch, die bereits mehrere Kinder auf dem Gewissen hat. Die Jagd auf den "Engel der Finsternis" gestaltet sich äusserst schwierig: aalglatt entwindet sich Libby jedesmal ihren Verfolgern, und immer noch hat sie das spanische Kind in ihrer Gewalt...
[Klappentext]

Nach meiner Meinung ist das hier genauso gut wie das erste Buch. Ich habe etwas schneller hineingefunden, sicherlich auch weil die Ermittler diesmal nicht neu waren, auch wenn sie in Kürze nochmal vorgestellt werden. Ausserdem konnte ich hier mit dem Tatmotiv mehr anfangen.

Dieses Buch wird aus der Sicht von Stevie erzählt, über den man dann im Laufe der Geschichte noch mehr erfährt. Jeder des Teams hat auch wieder seine spezielle Rolle, mit der man der Mörderin und ihren Motiven immer näher kommt. Dr. Kreisler mit seiner innovativen psychologischen Betrachtungsweise, Sara, die die Psyche von der weiblichen Seite angeht, und die Isaacsons, die diesmal die Ballistik als forensisches Element einführen. Als "Deus ex Machina" hat Teddy Roosevelt zum Schluss auch noch einen Auftritt.
Auch diesmal begibt sich das Team auf eine interessante Reise, sowohl live als auch psychologisch, um mehr über die Vergangenheit der Täterin zu erfahren.
Die Spannung entsteht in diesem Band auch dadurch, dass schnell klar ist, wer das kleine Mädchen entführt hat, und man sich fragt wofür die restlichen zwei Drittel des Buches sind. Man wird aber immer wieder durch neue Wendungen überrascht und möchte keine Seite weniger haben. (naja, die Gerichtsverhandlung war in Teilen nicht so prickelnd -fand ich-, und vielleicht liegt auch Carrs Detailversessenheit nicht jedem?)

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Schon beim ersten Buch musste ich an eine neue TV-Serie denken, "Copper", obwohl ich nur die Vorschau kenne. Aber da Franka Potente mitspielt bekommen wir sie ja vielleicht auch hier zu sehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Caleb Carr
BeitragVerfasst: 20.01.2018, 16:12 
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eifrigster Elefant
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Ich lese gerade: nur Schrott, der ungefähr 1 Gehirnzelle erfordert
ohhhhh! Ist mit Daniel Brühl (Laszlo Kreizler) als Serie verfilmt!
Ich mag Daniel Brühl!

Ab Januar bei TNT, und danach *seufz* Netflix.
(kann mich nicht entschliessen, solche Abo-Kanäle zu bezahlen, weil ich mich so vom Live-Leben/Gucken ausgeschlossen fühle, auch wenn ich die öffentlich-rechtlichen zur Zeit ganz schauderhaft finde)

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