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 Betreff des Beitrags: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 13.07.2017, 15:17 
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Die Holunderschwestern

München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?

Die Geschichte um Fanny, Fritzi und Alina sowie der Erzählstrang um Katharina und Isi ist nichts, was es so nicht schon gab - und trotzdem, das Buch hat mich gepackt. Ich habe mit Fanny, Fritzi und Alina mitgefiebert und mir ging es wie Katharina, ich konnte Fannys Tagebuch nicht aus der Hand legen.

Katharina bekommt durch einen Zufall die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny von dem Londoner Alex Bluebird vorbei gebracht, der ihr erklärt, wie die Bücher in die Hände seiner Familie gelangt sind. Katharina ist zunächst perplex und dann natürlich auch neugierig und so beginnt sie die Tagebücher zu lesen. Das Abtauchen in die Vergangenheit ist zu großen Teilen in Tagebuchform geschrieben, doch zwischendurch wechselt immer mal wieder der Erzählstil von der Ich-Perspektive in die Erzählperspektive. Doch das macht nichts. Es lockert das Ganze auf und durch die unterschiedlichen Schriftarten ist es auch sehr gut erkennbar.

Franziska, genannt Fanny, haut 1918 einfach aus ihrem Heimatort Weiden ab. Ihr Bruder Georg, der bereits in München lebt, hat ihr bereits eine Anstellung verschafft und so wähnt sich Fanny auf der sicheren Seite. Die Anstellung ist jedoch nicht das, was Fanny erwartet hat und sie sucht Hilfe bei Alina - ihrer Zugebekanntschaft.

Das erste halbe Jahr wird im Tagebuch sehr detailliert und in sehr kurzen Abständen geschrieben. Man taucht ein in die Münchener Geschichte nach dem Großen Krieg. Erlebt den Sieg und Fall der Räterepublik. Ein Zeit des Umbruchs, eine wilde und gefährliche Zeit, die Fanny mit einfach Worten beschreibt - so wie sie sie eben versteht und wahrnimmt und was sie erlebt - in dieser unruhigen Zeit taucht dann auch Fritzi (Friederike) auf. Fannys Zwillingsschwester und so beginnen sich die Schicksalsfäden zu verwirren.

Ich hatte bereits recht früh eine Ahnung, wie sich die Fäden am Ende darstellen werden, wer zu wem und mit wem und wie es zu mancher Verwirrung gekommen ist, doch der Weg dahin, den fand ich spannend und auch wie sich die Vergangenheit mit der Gegenwart verwebt und daraus eine Zukunft entstehen kann.

Am Ende des Buches gibt es als kleines Schmankerl noch die Rezepte von Fannys gängigsten Gerichten :schleck .

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 Betreff des Beitrags: Re: Teresa Simon
BeitragVerfasst: 25.08.2017, 16:31 
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sonnige Serengeti
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Aufgrund Deiner Leseempfehlung habe ich mir das Buch aus der Bücherei mitgenommen und war von der ersten Seite an gefesselt. Bei manchen Büchern muss man sich ja erst einlesen, aber bei diesem Buch stimmte sofort alles. :fg Die Geschichte ist unglaublich kurzweilig und spannend und man mag das Buch nicht aus der Hand legen, bis man endlich das ganze Familiengeheimnis ergründet hat.

Genauso ging es mir übrigens mit dem zweiten Roman:

Die Frauen der Rosenvilla


Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stößt sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stößt sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis...


Dieses Buch ist ebenfalls sehr spannend geschrieben, aber was die Sache etwas verkompliziert: Es werden nacheinander die Handlungsstränge von vier Frauen aufgeschlagen - immer wieder wechselt der Blickwinkel. Das macht das Ganze natürlich sehr spannend, aber manchmal musste ich innehalten und mich erstmal wieder neu sortieren.

Aber wem die Holunder Schwestern gefallen, dem gefällt auch dieses Buch. Auch hier finden sich am Ende des Buches Rezepte. :sabber

Im Januar 2018 erscheinen "Die Oleander Frauen".

Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht? Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Teresa Simon
BeitragVerfasst: 29.01.2018, 11:27 
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Nachdem mir die "Holunderschwestern" sehr gut gefallen haben, habe ich nun "Die Frauen der Rosenvilla" gelesen.
Das Buch ist wirklich spannend und man möchte schon dringend hinter das Geheimnis der Familie kommen (das fand ich aber dann doch ziemlich weit hergeholt und konstruiert ). Die unterscheidlichen gEschichte, die Verbindung aller Frauen zur Rosenvilla, die Schilderung von Dresden und vor allem Anna und ihre Schokladen-Manufatur haben mir gut gefallen.

Allerdings haben mich die häufigen Rückblenden auch zum Teil verwirrt und ich musste mich oft genug neu sortieren, von wem da gerade die Rede ist, auch wenn das Kapitel mit einer Jahresangabe beginnt. Die drei Frauen sind aber jeweils nur ca 20 Jahre auseinander und manche Dinge überlappen sich, so dass das Jahr einem oft auch nicht weiterhilft. Die Rückblenden beginnen immer mit Tagebucheinträgen, d.h. sie sind in Ich-Form geschrieben. Oft ist dann die Rede vom Vater oder Ehemann, ohne dass die Namen genannt werden. Obendrein gibt es Nebenfiguren, wie Max, Lou oder Lilli, die z.B bei Emma und Charlotte eine wichtige Rolle spielen.
Ich habe es als E-Book gelesen, da wechseln je nach Tagebuch die Schriftgrößen. Vielleicht sieht das im gedruckten Buch anders aus und lässt sich besser unterscheiden. Die wechselnden Schriftgrößen fand ich schon etwas nervig, zumal ich keine Lust hatte, ständig für fünf oder sechs Seiten meine Einstellungen am Reader zu verändern.

Teresa Simon soll ja das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin sein. Weiß jemand von euch, wer dahinter steckt?
Edit: das habe ich gefunden:
https://www.literaturportal-bayern.de/a ... =113196725

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 Betreff des Beitrags: Re: Teresa Simon
BeitragVerfasst: 29.01.2018, 14:34 
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Im November habe ich in einer durch die Autorin Brigitte Riebe begleiteten Leserunde gelesen: "Marlenes Geheimnis"

Marlene hat längst alles hinter sich gelassen, die Vertreibung aus der Heimat, den Verlust der Eltern, die Jahre der Einsamkeit. Als sie vor mehr als siebzig Jahren zusammen mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben begann, verfolgte sie nur ein Ziel: nach vorn schauen. Und so wurde aus der der kleinen Schnapsbrennerei ein florierendes Unternehmen. Doch selbst kinderlos, muss sie einen Erben finden. Ist ihre Nichte Nane, die anlässlich Evas Beerdigung zurück an See kommt, die Richtige? Die junge Frau rückt Marlene schon bald viel zu nah, als sie die Aufzeichnungen der Großmutter liest. Ohne Vorwarnung kommt ein lang gehütetes Geheimnis zu Tage …

Meine Meinung/ Gedanken:
Ich hatte zuvor noch nichts von Brigitte Riebe gelesen, der Klappentext machte mich neugierig, durch den Roman die Chance zu bekommen. Im Mittelpunkt steht zuerst einmal Eva, ihre Tochter Marlene und Enkelin Nane, die nach dem Tod der Großmutter ihre Aufzeichnungen erhält und liest. Durch diese erfährt sie vom Leben und gerade auch die Kriegserlebnisse Evas im Sudetenland. Nane selbst hatte ein gutes Verhältnis zur Großmutter und bekam viele Reibereien zwischen der Mutter und ihren beiden Töchtern Marlene und Vicky, die u.a. Väter und ein großer Altersunterschied trennt. Nie hat Nane verstanden, warum ihre Mutter Vicky sich so von ihrem Zuhause und ihrer Familie abgewandt hat. Wichtig ist auch, Marlene ist ein Kriegskind und trägt auch siebzig Jahre nach Kriegsende Wunden der Vertreibung in sich und man versteht die innige Verbundenheit zur Mutter Eva aus den vielen Jahren, wo es nur sie zwei gab und noch keine Vicky. Nane hat die Zeit in Ruhe Evas Notizen zu lesen und allmählich findet sie dadurch Antworten auf Fragen.

Leider war der Fortgang der Geschichte im Roman für mich bereits zur Mitte durchschau- und vorhersehbar. Auch gab es für mich einige Zufälle zu viel.

Der Buchtitel „Marlenes Geheimnis“ ist begründet im Handeln ihrer nur einige Jahre älteren Mutter Eva. Daher wäre für mich Evas Name der passendere im Buchtitel.

Der Roman lässt sich gut weglesen, die Wechsel in der Erzählperspektive verwirren nicht, doch hatte ich mir etwas mehr vom Buch versprochen. Ich bin interessiert an 2. WK und den Folgen für die Menschen in Vergangenheit und Gegenwart. Ich habe das Buch zugeklappt und vier Wochen später, klingt die Geschichte noch ein wenig in mir nach. Er hat mir zwar gefallen, doch schade, dass es mich nicht mehr begeistern kann.

Vermisst habe ich ein Nachwort, eine historische Erläuterung und finde schade, dass diese erst für das Taschenbuch vom Verlag vorgesehen ist.

Ich bin gespannt auf den Auftakt der neuen Romantrilogie von Brigitte Riebe ab Herbst 2018. Gern lasse ich mich mit nach Berlin nehmen, in die Kindheit meiner Großeltern.

7 von 10 Punkten

Nachtrag/ Kommentar: Durch eine Leserunde erlebt und liest man ein Buch intensiv, diskutiert mit der Autorin und anderen Lesern vieles. Man sieht dann bestimmt manche Dinge enger, als wenn man es nur für sich ohne Austausch mit anderen gelesen hätte.

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"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/ Teresa Simon
BeitragVerfasst: 29.01.2018, 16:37 
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"Marlenes Geheimnis" habe ich in meinem Fundus entdeckt und gerade angefangen. Ich bin gespannt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/ Teresa Simon
BeitragVerfasst: 29.01.2018, 17:24 
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Was für ein Zufall, dass Du das Buch hast und gerade auch noch startklar für den nächsten Schmöker bist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/ Teresa Simon
BeitragVerfasst: 29.01.2018, 17:30 
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:yes Das dachte ich auch. Lesezeit habe ich im Moment reichlich. :read

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/ Teresa Simon
BeitragVerfasst: 29.01.2018, 17:33 
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sonnige Serengeti
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Das Buch habe ich letztes Jahr auch gelesen, fand es aber im Vergleich zu den Holunderschwestern oder der Rosenvilla etwas schwächer (ich fand Marlene als Person irgendwie ziemlich blöd :rolleyes )

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/ Teresa Simon
BeitragVerfasst: 31.03.2018, 08:22 
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sonnige Serengeti
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"Die Oleanderfrauen"

Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht? Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

Dieses Buch hat mich auch wieder von Anfang an gefesselt.

Johanna, eine ältere Frau, muss den Dachboden des Hauses ihrer Mutter räumen und stößt dabei auf das Tagebuch der jungen Sophie Terhoven. Von der Geschichte der jungen Frau ist sie sofort gefesselt, kann sich aber überhaupt nicht erklären, wie ihre Mutter Sigrid an dieses Tagebuch kommt.

Gleichzeitig wird die Geschichte von Jule erzählt, die am Elbstrand das kleine Café "Das Strandkörbchen" führt. "Jule ohne Plan", wie ihre Mutter sie betitelt, hat Geschichte studiert, das Studium aber nicht zum Abschluss gebracht und ist in die Gastronomie gewechselt. Sie liebt es, ihre Kunden an neue Kaffeesorten heranzuführen und mit selbstgebackenen Kuchen zu verwöhnen. Neben dem Strandkörbchen, das zwar gerade gut anläuft (aber nicht so gut, dass sie die angedrohte Mieterhöhung stemmen könnte) ist sie gerade dabei, sich noch ein weiteres kleines Standbein aufzubauen: "Ich schreibe Dir den Leben". Sie recherchiert Familiengeschichten bzw. schreibt die Geschichten von Menschen auf.

Johanna erfährt bei einem Besuch im Café davon und da Jule ihr unglaublich sympathisch ist, bitte sie sie, die Geschichte von Sophie zu recherchieren.

Wie man das aus den anderen Romanen von Teresa Simon kennt, wechselt die Geschichte immer wieder von der Neuzeit in die Vergangenheit. Das Buch ist unheimlich interessant. Es ging mir wie Johanna, die unbedingt die Geschichte von Sophie ergründen will, sie konnte das Tagebuch nicht aus der Hand legen. Es ist auch total schön, wie es wieder einmal gelingt, die verwirrenden Fäden zusammenlaufen zu lassen. Man erfährt nicht nur viel über Hamburg während des Krieges, sondern auch über Kaffee, denn Jule erklärt ihren Kunden sehr viel über die Zubereitung und die verschiedensten Sorten. :kaffee Im Anhang befinden sich auch einige Rezepte.

"Die Oleanderfrauen" werden einen festen Platz im Bücherregal bekommen, ich finde die Cover ja auch immer sehr hübsch. :yes

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 16.05.2018, 10:00 
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gebildeter Gepard
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Die Oleanderfrauen habe ich eben fertiggelesen - ein Zufallskauf. Ich war mit Karl im Müller, da hat er "hinter meinem Rücken" das Buch in den Einkaufswagen gelegt. Ich war erst skeptisch, dann hab ich mir gedacht "Probierst es halt". Und - was soll ich sagen? ich war sofort begeistert und gefesselt, das erste Buch seit langem, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 24.05.2018, 16:04 
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gebildeter Gepard
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Die Holunderschwestern habe ich nun auch durch und fand sie im Vergleich zu den Oleanderfrauen schwächer. Irgendwie waren für meine Begriffe die Personen nicht so "echt", "Glaubwürdig". Die perfekte Fanny, die so schwache Fritzi.... Schlecht fand ich das Buch dennoch nicht, nur eben schwächer als die HOlunderschwestern. AUf die Rosenvilla bin ich schon sehr gespannt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 26.05.2018, 11:47 
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Die Oleanderfrauen und Marlenes Geheimnis habe ich inzwischen beides gelesen.

Ich frage mich ja immer, warum eine Autorin, die eindeutig im gleichen Genre und Stil (die zwei Zeitebenen) schreibt, unbedigt unterschiedliche Pseudonyme braucht! Das verwirrt mich als Leser und erschliest sich mir nicht. Absolut nicht. Auch wenn es unterschiedliche Verlage sind.

Die Oleanderfrauen hat mir sehr gut gefallen. Zum einen spielte das Buch in Hamburg und ich hatte hierzu sofort viele Bilder im Kopf und zum anderen mochte ich beide Haupt-Protagonistinnen. Sowohl Sophie als auch Jule. Beide Schicksale sind sehr gut beschrieben und machen im Laufe der Geschichte einen - nachvollziehbaren - Wandel durch. Auch Johanna ist eine liebenswerte und tolle Frau und passt sich wunderbar in den Handlungsstrang ein.

Während Jule in der Gegenwart lebt, dort versucht mit ihrem Café "Das Strandkörbchen" Fuß zu fassen und nebenbei sich mit "Ich schreibe dir dein Leben" ein interessantes zweites Standbein schafft, hat Sophie mit den Umständen ihrer Zeit zu kämpfen. Aufgewachsen in den 20er und 30er Jahren erblüht sie kurz vor Kriegsbeginn zu einer jungen Frau und weiß genau, was sie will und ihr das Schicksal leider versagt. Sophies Schicksal wird in ihrem Tagebuch erzählt, das Johanna auf dem Dachboden ihrer Mutter findet. Wie das Tagebuch dorthin gelangt und wie sich die Geschichten der drei Frauen miteinander verspinnen ist spannend und gut geschrieben und auch die Verknüpfung über die Liebe zum Kaffee, die sowohl Sophie als auch Jule haben, ist Teresa hier sehr gut gelungen.

Dass es Rezepte am Ende des Buches gibt, hat Iris bereits erwähnt. Für mich ist das immer ein ganz besonderes Etwas und solche Dinge mag ich bei Büchern sehr gern.

Marlenes Geheimnis hat mir auch ganz gut gefallen. Die unterschiedlichen Zeitebenen locken mich hier eindeutig an. So etwas mag ich ja besonders gern.

Die Geschichte hat sich gut und fesselnd lesen lassen. Das Schicksal von Eva, ihre Töchtern Marlene und Vicky sowie ihrer Enkelin Nane. Nane ist der Dreh- und Angelpunkt in der Gegenwart und Eva in der Vergangenheit. Eva, die im Sudetenland behütet und geliebt aufwächst, deren Jugend durch den Krieg verändert wird und schließlich durch die Flucht - erst nach Ostdeutschland und schließlich nach Westdeutschland ihr Schicksal nimmt und die das beste aus ihrer Situation und ihrem Leben macht, was zu diesem Zeitpunkt für sie möglich war.

Nanes Schicksal war mir etwas zu farblos dargestellt. Die Enkelin, die durch irgendwelche Ängste getrieben ihren Studienabschluss nicht schafft und das niemand erzählt. Ich weiß nicht so recht, aber immerhin hat sie sich aus ihrem Schlamassel irgendwann selbst rausgezogen und das ganze doch noch zu ihrem persönlichen Happy End gebracht.

Marlenes Geheimnis ist, wie Christiane schon schrieb, eigentlich Evas Geheimnis, aber es ist Marlenes Schicksal und ihr Vergessen einer schrecklichen Zeit, die so viele Familien auseinandergerissen und zu Menschen hat werden lassen, die überlebt und funktioniert haben.

Zu Marlenes Schicksal hätte ich mir auch noch gern einige Hintergrundinfos gewünscht. Wie recherchiert wurde und wie man auf die Idee gekommen ist über solche geschichtlichen Greueltaten zu schreiben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 28.05.2018, 07:08 
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Rabea hat geschrieben:
Ich frage mich ja immer, warum eine Autorin, die eindeutig im gleichen Genre und Stil (die zwei Zeitebenen) schreibt, unbedigt unterschiedliche Pseudonyme braucht! Das verwirrt mich als Leser und erschliest sich mir nicht. Absolut nicht. Auch wenn es unterschiedliche Verlage sind.


Ich glaube, Corina Bomann hat das mal erklärt, dass dies oft die Verlage fordern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 28.05.2018, 11:20 
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Ja, das hat uns Andrea Russo auch mal so erklärt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 14.06.2018, 11:30 
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So, jetzt habe ich auch die Frauen der Rosenvilla fertig gelesen. Hmmm. Mir fällt es schwer, etwas dazu zu sagen... Mir wirkt die Geschichte zu sehr konstruiert, um noch glaubwürdig zu wirken. Dabei kann ich nicht mal fest machen, woran das liegt. Aber wenn ich mir Eure Bewertungen so durchlese, scheint es zumindest Urlike ähnlich gegangen zu sein :yes

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 22.06.2018, 20:56 
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Ich habe nun auch ein erstes Buch von Teresa Simon und zwar "Die Oleanderfrauen" gelesen. Dies hat mich mit der Autorin versöhnt. Es gefiel mir wirklich sehr gut und war mehr mein Ding, im Vergleich zu "Marlenes Geheimnis". Das hatte ich letzten Herbst in einer Leserunde gelesen und dadurch kritischer betrachtet als nun die Oleanderfrauen, die ich am Strand lesen konnte. :ggg

Allerdings hat mich beim Ende gestört, als sich herausstellt, dass Johanna Martens und Jule beide von Sophie Terhoven abstammen und miteinander verwandt sind. Das war mir zu viel Zufall, eine Verwandtschaft von Johanna wäre ausreichend gewesen.

Das Rezept von Sophies Kriegsrezept vom Käsekuchen ohne Boden heißt in unserer Familie übrigens "á la Mädchenmittelschule II von 1958". Den habe ich schon oft gemacht, zuletzt vor einem Monat fürs Kuchenbüffet zum 50. Hochzeitstag meiner Eltern.

Die beiden vorherigen Bücher von Teresa Simon werde ich mir auch bald vornehmen. Im Februar 2019 erscheint der nächste Roman unter diesem Pseudonym: Die Fliedertochter
Eine nostalgische Glaskugel, ein betörender Fliederstrauch und ein Versprechen, das Jahrzehnte überdauert

Berlin 2017. Als Paulina Willke von ihrer älteren Freundin Antonia gebeten wird, für sie nach Wien zu fahren und ein Erbstück abzuholen, zögert sie keine Sekunde. Ihre heißgeliebte Schneekugel mit dem Wiener Riesenrad nimmt sie mit auf die Reise. In Wien übergibt ihr Lena Matusek ein Tagebuch aus den Dreißigerjahren, in dem die tragische Geschichte der Luzie Kühn aufgezeichnet ist. Zudem entdeckt Paulina im Wohnzimmer der Matuseks exakt die gleiche Schneekugel, die sie selbst im Gepäck hat. Ihre Geschichte scheint mit Luzies zusammenzuhängen ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Teresa Simon
BeitragVerfasst: 09.07.2018, 16:34 
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Ich kenne nun auch "Die Frauen der Rosenvilla" und auch dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Ich mag Dresden und ich fand schön, dass alle Geschichten der Rosenvillabewohnerinnen auch in dieser schönen Stadt handeln.

Ulrike hat geschrieben:
(das fand ich aber dann doch ziemlich weit hergeholt und konstruiert ).

Allerdings haben mich die häufigen Rückblenden auch zum Teil verwirrt und ich musste mich oft genug neu sortieren, von wem da gerade die Rede ist, auch wenn das Kapitel mit einer Jahresangabe beginnt. Die drei Frauen sind aber jeweils nur ca 20 Jahre auseinander und manche Dinge überlappen sich, so dass das Jahr einem oft auch nicht weiterhilft. Die Rückblenden beginnen immer mit Tagebucheinträgen, d.h. sie sind in Ich-Form geschrieben. Oft ist dann die Rede vom Vater oder Ehemann, ohne dass die Namen genannt werden. Obendrein gibt es Nebenfiguren, wie Max, Lou oder Lilli, die z.B bei Emma und Charlotte eine wichtige Rolle spielen.

Das hat mich auch verwirrt und ich musste nach einem Drittel auch erst einmal rekapitulieren, welcher Frau nun was passiert ist und die Namen und Zusammenhänge sortieren. Viele Jahreszahlen hatte ich erst einmal weitgehend ignoriert, nicht so genau zugeordnet. Ich habe kurz überlegt, ob ich noch mal weiter früher einsteige, doch mich dann entschieden fortzufahren um vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt die Handlung noch einmal erneut zu erfahren. Mich hat auch gewundert, wie viele Seiten nach Aufdecken des Geheimnisses noch folgten bis zum Epilog, das zog sich noch einmal und mir war auch diesmal ein bisschen viel Zufall
dabei.

13.8.18 Die "Holunderschwestern" haben mir von drei Simons weniger gefallen. Dass nun wieder erneut ein Engländer das zukünftige Glück einer Protagonistin in der Gegenwart bedeutet und schon wieder Tagebuchaufzeichungen die Geschichte der Vergangenheit beschreibt, ist mir zu viel Wiederholung. Auch war die Geschichte recht früh voraussehbar und dadurch weniger spannend. Natürlich eindeutig weniger verwirrend als die Briefe der Rosenvilladamen. Mich haben die Handlungen der Oleander- und Rosenfrauen besser gefallen.
Dem in 2019 neu erscheinenden Simon sehe ich daher etwas skeptisch entgegen. Ich hoffe, die Autorin lässt sich mal andere Wege einfallen und schreibt nicht im Stile der anderen Bücher auf der Erfolgswelle weiter.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
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Ich habe vor ca. zwei Wochen in einer durch die Autorin Brigitte Riebe begleitete Leserunde den Auftakt der neuen Trilogie kennengelernt -
Die Schwestern vom Ku´damm - Jahre des Aufbaus

Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell - drei Schwestern und ein Kaufhaus am Ku'damm.

Der Auftakt der großen 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe.

Berlin im Mai 1945: Es ist die Stunde Null, die Stadt liegt ebenso in Trümmern wie die Seelen der Menschen. Das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm ist durch die Bomben stark beschädigt. Der Patriarch Friedrich ist versehrt, Sohn Oskar in Russland verschollen. So beginnt die Stunde der Thalheim-Töchter, die den Wiederaufbau des Kaufhauses selbst in die Hand nehmen müssen. Rike, die Älteste, entpuppt sich als gewiefte Geschäftsfrau, sie erkennt die Gesetze des Schwarzmarktes und opfert alles für das Unternehmen. Ganz anders ihre bildhübsche Schwester Silvie, die die Geschäfte nicht interessieren, dafür die Männer und das Vergnügen umso mehr.

Nach Währungsreform und Gründung der BRD scheint es endlich aufwärts zu gehen: Die Menschen wollen kaufen, sie hungern nach Konsum und schönen Dingen. Doch die neuen Zeiten bringen neue Probleme: Florentine, die jüngste Schwester, entwickelt sich zum enfant terrible. Als dann auch noch ein dunkles Geheimnis zutage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus wirft, müssen die drei Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist…


Meine Meinung/ mein Leseeindruck:
Der Auftakt einer neuen Trilogie – Trilogien sind momentan in Mode und als Leserin bin ich im Vorfeld immer ein wenig gespalten. Einerseits mag ich Bücher, die aufeinander aufbauen, Protagonisten und Nebenfiguren erneut zu begegnen, andererseits bin ich auch ungeduldig auf eine Fortsetzung zu warten. Für Verlage und Autoren ist es auch ein Wagnis, kommt der erste Band nicht gleich bei der Leserschaft an, fallen Unzufriedene nach dem ersten Band der Serie als Anschlusskäufer weg.

Brigitte Riebe erzählt meisterhaft und intensiv recherchiert die Geschichte der Familie Thalheim ab 1945. Die Trilogie spielt in Berlin. Auf dem Ku´Damm steht das Kaufhaus Thalheim, ehemals prachtvoll, doch 1943 zerstört. Vater Thalheim und sein Sohn sind nach dem Krieg noch nicht wieder heimgekehrt. Mutter und drei Töchter, davon zwei Erwachsene aus Thalheims erster Ehe, werden gezwungen den Besatzern ihre Villa zu überlassen. Die vier Frauen haben noch Glück, sie sind nicht obdachlos, denn sie besitzen noch die Schlüssel zur früheren Wohnung der Großmutter. Dort, auf wenig Raum richten sie sich ein. Die jüdische Tochter der großartigen Schneiderin, Miriam, hat während des 2. WK im Untergrund als gepflegte Blondine überlebt und wird kurzum auch noch mit in die 4-Mäderl-Wohnung aufgenommen. Die Mutter und ihre Stiefkinder werden zu Trümmerfrauen, während Miriam auf die jüngste Tochter aufpasst und mithilfe von Vorkriegsstoffen, die sicher versteckt waren, anfängt neue Kleider zu schneidern. Zwischen den Trümmern gibt es eine Modenschau von Thalheimkleidern. Dies ist der Beginn der Idee, irgendwann wieder einmal am Ku´Damm im früheren Haus Geschichte weiter zu schreiben und Frauen wieder schön anzuziehen.

Das Buch setzt in 1945 mit Kriegsende ein, Berlin ist aufgeteilt in Sektoren, es gibt nur wenig auf Lebensmittelkarte, nur wenig Ware, harte Winter kommen zu den Entbehrungen hinzu. Die Ungewissheit, ob man die männlichen Familienangehörigen wiedersehen wird, belastet.

Dieser erste Band lässt mich zufrieden zurück, ich kann mit dem Cliffhanger gut leben und empfinde die Wartezeit bis zum Erscheinen des zweiten Bandes im Sommer auch für in Ordnung. Der erste Band wurde in meinen Augen zu einem guten Ziel geführt. Die drei Schwestern empfinde ich als zwar unterschiedlich, aber jede auf ihre Art spannend und interessante Charaktere, jede für sich packt an und bringt ihre Talente zum Wohl der Familie ein. Ich bin neugierig, aus deren Augen als Protagonistinnen den Fortgang der Familie Thalheim zu erfahren. Brigitte Riebe hat eine Geschichte aufgeschrieben, die sich sehr gut lesen lässt.

Das Buchcover hebt sich angenehm aus dem Üblichen, mehrfach kopiertem ab. Es ist passend zur Handlung.

Ich bedanke mich sehr bei der Autorin für die sehr intensive Begleitung unserer Leserunde. Sehr engagiert, offen und wortreich hat sie sich mit uns ausgetauscht und bereitwillig unsere Fragen beantwortet, etliche Zusatzinformationen gegeben. Dies war eine meiner besten durch Autoren begleitete Leserunde. Es ist ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, wenn man so ein tolles Buch lesen kann und während des Lesens alle Fragen los wird und Antworten erhält. Ich freu mich sehr auf die Fortsetzung!


Auf der Büchermenschen (5/18, Kundenmagazin Hugendubel) ist die Autorin Brigitte Riebe "Covergirl" und es gibt ein zum Buch.

Auf der Rowohlt-Seite gibt es auch noch ein Interview zum Buch mit Brigitte Riebe:

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Liebe Grüße von Christiane
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"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 24.12.2018, 15:15 
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geniale Giraffe
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Danke Christiane. Das Buch habe ich in der Buchhandlung gesehen und es schon auf meine Wunschliste gesetzt. Deine Rezi hat mich darin bestärkt :yes Aber vielleicht warte ich noch bis der 2. Band auch raus ist, dann muss ich mit dem Cliffhanger nicht zu lange warten :grins

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 30.04.2019, 09:10 
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muntere Moderatorin
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Die Fliedertochter – für mich ein Lesehighlight!

Nachdem ich letztes Jahr im Urlaub zu den „Oleanderschwestern“ griff, diese nur schwer zur Seite legen konnte und nur kurze Zeit später „Frauen der Rosenvilla“ und „Holunderschwestern“ begeistert las, setzte ich Teresa Simon auf meine immer wieder erweiterte Liste, von derzeitigen „Lieblingsautoren“. Allerdings hatten Freundinnen, mit ähnlichem Lesegeschmack, auch bereits die Romane der Autorin lobend hervorgehoben. Als Leser hat man ja immer wieder die Qual der Wahl zwischen den Neuerscheinungen. Die Cover ähneln sich und es gibt eben auch viele auf zwei Zeitebenen erzählende Romane. Bestimmten Autoren „vertraut“ man blind und weil ich viel zu viele ungelesene Bücher habe, stelle ich mir auch immer wieder die Frage, warum ich schon wieder zu einem neu erschienenen Buch greife und nicht mal die bereits zuhause stehenden lese. Die Büchersucht! Man greift zum aktuellen Schmöker und freut sich auch schon lange vor Erscheinen auf das neue Buch, weil man auf die Fähigkeiten bestimmter Autoren vertraut.

Bücher, die in Wien spielen, gehören normalerweise nicht unbedingt zu meinem Beuteschema. Ich war schon in Wien, allerdings ist diese Urlaubswoche auch schon wieder fast 30 Jahre her. Was vergeht die Zeit doch schnell, dort sah ich z.B. „Cats“. Ich bin als Norddeutsche aber immer ein bisschen skeptisch, wie viel Mundart ich lesen möchte. Mir geht es da weniger um Begriffe, mehr um den dann verfälschten Satzbau für meine Ohren und Augen.

Beide Protagonistinnen sind Berliner Frauen, die eine lernt man beim Lesen ihres Tagebuchs kennen, welches aber herübergleitet in die Schilderung weiterer Szenen, die Luzie damals erlebt hat. Die 23-jährige Luzie, aufgewachsen bei den jüdischen Großeltern, zieht nach Wien in die Familie ihrer Tante. Dort macht sich auch außerhalb der Wohnung die braune Luft bald breit und bringt die Halbjüdin in Gefahr.

Die Berlinerin Antonia wird über 70 Jahre nach Kriegsende von einer Wiener Familie eingeladen, die Luzies Tagebuch vom verstorbenen Vater/ Großvater erhalten hat, nach Wien zu kommen, um ihr das Tagebuch der ihr Unbekannten zu übergeben. Sie hat keinen Bezug zu Wien und da sie gesundheitlich gerade nicht auf der Höhe ist, bittet sie die befreundete 30-jährige Paulina, zu reisen. Paulina liest das Tagebuch staunend und nimmt die Spuren auf und besucht nebenbei die Schauplätze. Was weiß man als Deutsche schon über die Rolle und Ereignisse um Österreichs Kriegseintritt? Ist doch die deutsche Vergangenheit schon unmessbar erschütternd.

Der Roman nimmt den Leser in das dunkle Kapitel mit. Das Thema ist düster und traurig, es gelingt der Autorin im Buch keine durchgehend traurige Stimmung einzuführen. Durch Paulinas Erlebnisse vor Ort wird man in das Jetzt zurückgeholt, begegnet hilfreichen Menschen und lernt eine bemerkenswerte Luzie kennen. Schnell fühlt Paulina sich auch mit ihr verbunden, rätselt aber natürlich über mögliche Zusammenhänge. Paulina möchte gern schnell weiterlesen, um mehr zu erfahren und so ging es mir natürlich auch. Wenn auch mit jeder Seite Lektüre der verbleibende Teil weniger wird. Während des Lesens hatte ich zwar schon einige Vermutungen, warum Antonia das Tagebuch von Luzie erhalten soll, war mir aber nicht sicher, bzw. konnte es nicht schlüssig begründen. Luzie ist mir schnell ans Herz gewachsen, steht ihr Schicksal und ihre Spuren für das Leben vieler Bürger in der Zeit. Ob Soldat, Jude oder Christ, Parteimitglied, Schauspieler, Mönch oder Fabrikant, Willkür im Leben, Gewalt auf der Straße, Gefahr aus der Luft – alle waren betroffen und das Leben gefährdet.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf die nächsten Bücher der Autorin. Der Roman ist auch sehr schön gestaltet, das Taschenbuch hat Klappen und ein Lesezeichen. Auf diesem ist ein Kuchenrezept abgedruckt, weitere Rezepte im Buch und das Nachwort der Autorin runden die Romanhandlung an. Die Typografie der Tagebucheinträge ist gut gewählt, weil die Schrift angenehm lesbar ist.

Da ich das Buch, in einer durch Brigitte begleiteten Leserunde, gelesen habe, habe ich manche Zusatzinformation erhalten und Antworten bekommen. Wenn man gemeinsam mit anderen ein Buch liest, sich dazu umfangreich austauscht, erlebt man es noch einmal intensiver.


Ich freue mich nun auf den zweiten Teil der Ku´Damm-Schwestern und in einem Jahr auf das nächste Buch unter

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Liebe Grüße von Christiane
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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 30.04.2019, 11:02 
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Das Buch habe ich auch verschlungen, Christiane! Mir hat es ebenfalls sehr gut gefallen und ich finde es sehr faszinierend, wie Teresa Simon den Bogen vom Heute zur Vergangenheit geschlagen hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 02.05.2019, 18:59 
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sonnige Serengeti
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Das Buch habe ich inzwischen auch gelesen, ich schließe mich euch an, das Buch war wirklich fesselnd. :yes

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Life ist better at the beach :) :sonne


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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 12.12.2019, 22:50 
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Die Schwestern vom Ku´damm - Wunderbare Zeiten (Band zwei)

480 Seiten
Verlag: Wunderlich; 17. September 2019

Berlin, 1952: Man muss das Leben tanzen, das war schon immer Silvie Thalheims Motto. Während für Schwester Rike das Kaufhaus am Ku'damm an erster Stelle steht, will Silvie nach der dunklen Zeit des Krieges nur eins: das Leben in vollen Zügen genießen. In den Wirtschaftswunderjahren laufen die Geschäfte ohnehin bestens, das Kaufhaus Thalheim bietet die neueste Mode an. Petticoats und Nylonstrümpfe, dazu feine Kollektionen aus Italien. So träumt Silvie ihren eigenen Traum: als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen.

Doch seit ihr Zwillingsbruder aus dem Krieg heimgekehrt ist, hat sich die Dynamik in der Familie verändert. Oskar soll das Unternehmens leiten, gibt sich aber lieber dem Rausch durchfeierter Nächte hin. Als dann auch noch ein verhasster Konkurrent die Geschäfte torpediert und den Thalheims alles zu nehmen droht, wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie übernehmen muss…



Bevor ich zum zweiten Band griff, habe ich noch einmal die letzten Seiten des Vorgängerbandes gelesen, um ein bisschen noch mehr an Erinnerungen hervorzulocken. Ich freu mich jetzt schon irgendwann alle drei Bände hintereinander weg lesen zu können. Vom aktuellen Buch habe ich gleich einmal die Zeittafel gelesen, die verdeutlicht, was uns an geschichtlichen Ereignissen beim Lesen ggfs. streift.

Wir sind wieder bei den Schwestern am Ku´Damm – Moment, das stimmt nicht, denn Bruder Oskar hat den Krieg überlebt und es wird erwartet, dass er seinen vorgesehen Platz im Familenmodekaufhaus Thalheim einnimmt. Die große Schwester Rike fand in Band eins ihr Liebesglück und ihr und ihrem Erbe ist zu verdanken, dass es wieder ein Modekaufhaus Thalheim gibt. Die jüngere Schwester Silvie, Zwillingsschwester von Oskar, liebt ihre Radiotätigkeit und kurz vor ihrem 30sten Geburtstag sehnt sie sich nach Ehemann, Haus und Kind.

Silvie ist die Hauptperson in diesem Band. Man lernt sie sehr viel besser kennen und zu verstehen. Ihr Weg ist steinig. Dieser zweite Teil der Trilogie spielt zwischen 1952 und 1957.

Pünktlich zur Hochzeit von Rike sind wir wieder bei den Thalheims – ich hoffte dies. Etwas vorausschaubar und im Klappentext angedeutet, erleben wir in diesem Buch einen Tanz umeinander von Silvie und Wanja. Silvie wird angehalten, neben ihrer Rundfunktätigkeit auch Verantwortung im Familienbetrieb zu übernehmen.

Verständlich, dass der Vater Oskar in die GF berufen hat, man wird sehen, ob eine Tätigkeit im Modekaufhaus das Richtige für ihn sein wird. Ebenso verständlich, dass Rike die Entscheidung des Vaters missfällt. Doch, der dieser junge Mann ist traumatisiert durch den Kriegseinsatz und Gefangenschaft in Russland. Er will leben! Die Verbindung zu seiner Zwillingsschwester Silvie ist brüchig, Worte wären erforderlich.

Viele Schicksalsschläge ereilen die Famile in diesem mit wundersamen Zeiten benannten Band, was soll noch kommen, wenn dann auch noch die Mauer Berlin teilt?

Die Stimmung wird gut transportiert. Es ist die Zeit des Wirtschaftsaufschwung, der Mode und der Petticoats, reichhaltiges Essen samt Toast Hawaii und dazu düst Silvie mit ihrer Vespa durch West - Berlin.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen und bin sehr gespannt und freue mich auf den Abschlußband! Band 3 erscheint im Frühling 2020 und dann geht es mit der jüngsten Schwester Florentine weiter.



Ich freu mich aber natürlich auch auf den nächsten Einzelband unter dem Pseudonym Teresa Simon - Die Lilienbraut, der in einem halben Jahr erscheint.

Klappentext: Köln in den Dreißigerjahren. Nach dem Tod ihres Vaters muss Nellie Voss die Handelsschule abbrechen und eine Stelle bei 4711 annehmen. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf ...

Köln 2019: Nina van Geerens kleiner Laden für Seifen und Düfte floriert. Doch sie möchte selbst ein Parfüm entwickeln und begibt sich auf die Suche nach alten Rezepturen. Dabei stößt sie auf den Namen Nellie Voss und ein Tagebuch, das ihr eigenes Leben plötzlich ganz anders aussehen lässt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brigitte Riebe/Teresa Simon
BeitragVerfasst: 15.05.2020, 18:12 
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Die Schwestern vom Ku'damm-Tage der Hoffnung (Trilogieende)

464 Seiten
Verlag Wunderlich; 21. April 2020

Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke, eingefangen mit Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz dem Zeichnen und der Malerei hingeben. Die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist. Nur wenn sie zu malen beginnt, wird alles hell und leicht, dann singen die Farben in ihr. Während ihrem Vater für Florentine eine Zukunft im Kaufhaus am Ku’damm vorschwebt, beginnt sie ein Studium an der Kunstakademie. Hier ist sie voll in ihrem Element, arbeitet wie im Rausch. Doch schon bald legt sich ein Schatten auf ihr Glück. Rufus Lindberg, ihr herrischer Lehrer, macht ihr das Leben an der Schule zur Hölle, und die politischen Spannungen zwischen Ost und West drohen die Stadt und die Thalheims zu entzweien. Gibt es Hoffnung für Florentine und ihre Familie? Gibt es Hoffnung für Berlin?


Mit dem Zuklappen dieses Bandes, muss man von Brigitte Riebes Trilogie zu den Schwestern vom Ku´Damm Abschied nehmen. Ich habe jeden Band sehr gern gelesen. Jeder Band widmet sich einer der Schwestern ganz besonders. Wir erfahren die Träume, erleben die Realität besonders in Sachen Beruf und Liebe.

Die Hauptperson des dritten Romans ist Florentine, die jüngste Thalheim-Tochter. Sie ist künstlerisch begabt und möchte ihren Eltern und Schwestern beweisen, dass sie abseits vom Modekaufhaus Thalheim ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. Sie ist dem Kükenstatus entwachsen, hat sich durch Wegzug nach Frankreich abgenabelt. Der Roman setzt bei ihrer Rückkehr nach Westberlin ein. Einiges, was in der Zwischenzeit in der Familie passiert ist, hat man ihr nicht mitgeteilt. So erlebt sie manche kalte Dusche und durchlebt ein Durcheinander der Gefühle gegenüber den Thalheims, ihrer Familie! An ihrer Seite stehen ihr Künstler bei, die es auch größtenteils gut mit ihr meinen, aber vor Fehlern nicht bewahren können. Flori will ihren Weg allein gehen und in dem Alter gehören Erfahrungen auch dazu, auf die man später gern verzichtet hätte.

Brigitte Riebe gelingt es mit jedem Band, man fiebert mit der Hauptperson mit. Ebenso freut man sich über Begegnungen mit Personen und Beschreibungen vom Leben dieser Personen, die man schon seit 1945 begleitet. Immer wieder treffen diese auch auf Promis der 60er, die allen zumindest bis 1985? Geborenen zumindest vom Namen etwas sagen. Die älteren haben auch Bilder vor Augen, doch führte es bei mir nicht so weit im Netz nach einem Bild dieser Personen zu der Zeit zu suchen.

Die Trilogie setzte nach dem verlorenen Krieg ein, sie beschreibt den Weg der Familie Thalheim über Trümmer zum Aufbau eines neuen Lebenswerkes. Den persönlichen Weg und die Entwicklung jeder Tochter in Beruf und Familiengründung, den Rückzug der Elterngeneration. Eine neue Generation steht im letzten Band schon auf dem Laufsteg. Geschichtlich ist in diesen Jahren viel passiert, in jedem Band ist ein ausführlicher Daten & Fakten-Teil. Der entscheidende Einschnitt am 13. August 1961 – der Beginn des Mauerbaus – und der Trennung einer Stadt, trifft auch die Thalheims schwer.

Mit dem dritten Band wird die Trilogie für mich gut abgeschlossen. Das lachende Auge überwiegt, weil ich zufrieden bin, die Wehmut, dass ich keinen weiteren Schwesternband noch vor mir habe. Die Autorin verrät uns zwar in der Leserunde, dass sie noch an einer Weihnachtsgeschichte schreibt, die im kalten Winter 1946/1947spielt, diese wird bestimmt herzerwärmend sein und ich sehe sie als Bonbon an. Ich habe auf alle Fälle auch jetzt genug Bilder im Kopf, um die Geschichte für mich weiterzudenken. (Weihnachten am Ku'damm
wird für den 13. Oktober 2020 angekündigt mit :yikes 128 Seiten für :yikes 18 € als Hardcover/ 4,99 € Kindle!)

Gewünscht hätte ich mir für jeden Band eine Personenübersicht – im Buch oder wie es z.B. die Carmen Korn Jahrhunderttrilogie als Lesezeichen bekam. Gerade, wenn zwischen dem Lesen der einzelnen Bände einiges an Zeit vergangen ist und man vielleicht 70 Bücher zwischen den Erscheinungsterminen gelesen hat, ist das hilfreich.

Wer Band eins und zwei gelesen hat, sollte auch Band drei lesen. Ich beneide Leser, die nun alle Bände nacheinander lesen können. Die Trilogie bekommt einen festen Regalplatz und ICH freue mich auf den Tag, vielleicht zwei Jahren, wenn ich die drei Schmöker nacheinander aus dem Regal zum Lesen nehme.

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