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 Betreff des Beitrags: Astrid Ruppert
BeitragVerfasst: 14.10.2020, 17:22 
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Ich lese gerade: Astrid Ruppert; Leuchtende Tage
verdient hier auch noch einen Thread, neben dem in den Wohlfühlbüchern.

Denn, wie es seit einiger Zeit in Mode ist, hat sie auch nun eine Trilogie an dtv verkauft und den ersten Band habe ich vor kurzem gelesen. An sich mag ich diese Mehrbändigkeit als süchtige Käuferin nicht, aber dann gefällt und interessiert mich schon, wie es den Personen und in der Handlung weitergeht. Hier hat mich auch der Auftaktband dazu gebracht, dass ich irgendwann den bald erscheinenden Folgeband lesen will. Irgendwann, weil ich doch noch so viele andere Bücher auch lesen will.


Leuchtende Tage (Die Winter-Frauen-Trilogie, Band 1)
Wie wird man die Frau, die man sein will?

In einer Sommernacht 1906 verlässt die eigenwillige Lisette Winter heimlich ihr Elternhaus: Ihre Liebe gehört dem Modezeichnen und dem Schneidergesellen Emile. Im Rheingau, fernab einer konservativen Gesellschaft, wollen sie selbstbestimmt leben. Schon bald ist das Paar bekannt für seine extravagante Reform-Mode. Doch dann bricht der Krieg aus und bringt neue Herausforderungen ... 100 Jahre später hat auch Lisettes Urenkelin das Gefühl, nicht in ihr Leben zu passen. Sie begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit: So entfaltet sich für Maya nach und nach die bewegende Geschichte der Frauen ihrer Familie – und ihre eigene.



Die Autorin erzählt die Geschichte über vier Generationen hinweg. Lisette Winter, ihre Tochter Charlotte, ihre Enkelin Paula und ihre Urenkelin Maya stehen im Mittelpunkt des Geschehens.

Das Buch spielt in Wiesbaden und Eltville. Weil ich vor einigen Jahren beides besucht habe, klappte es mit dem landschaftlichen Kopfkino bei mir ganz gut. Lisette ist behütet und priviligiert aufgewachsen, hat zwei ältere Brüder und ist im Alter, dass nach einer guten Partie für sie von den Eltern geschaut wird. ihr Charakter ist gänzlich anders als ihre Mutter ihn sich gewünscht hätte. Sie möchte zur Schule gehen und im Haushalt und Garten helfen. Stattdessen wird sie privat unterrichtet und lernt dabei, wie das Personal ihres zukünftigen Ehemanns anzuweisen ist und wie sie sich in Gesellschaft standesgemäß zu verhalten und Konversion zu gestalten hat. So wird sie ins Korsett - erfolglos, weil sie rebelliert- gesteckt und hat Glück, die Hausschneiderin erkrankt und schickt den jungen Schneidergesellen Emilie ins Haus Winter. Heimlich hat begonnen, Mode für Frauen zu entwerfen, in denen man sich wohlfühlen kann. Ihm gelingt es zumindest die von Mutter gewünschten Kleider so zu schneidern, dass Lisettes Ideen unauffällig mitberücksicht werden und der Trägerin Bewegungsfreiheit geben. Da liegt es nahr, dass Lisette sich in Emie verguckt und wegen ihm ihre Familie heimlich verlässt. Gemeinsam wollen sie Reformkleider entwickeln. Für Lisette beginnen leuchtende Tage, denn Emile gibt ihr den benötigten Freiraum und lässt sie so sein, wie sie sein will.

Lisettes Urenkelin Maya ist Ende Zwanzig, Übersetzerin und lebt in Frankfurt. Zu ihrer Mutter Paula, hat sie zwar Kontakt, doch steht näher ihrer Großmutter Charlotte. Aufgrund ihrer Faszination für Lost Places beginnt Maya, sich damit auseinanderzusetzen, wo Lisette einst gewohnt hat. Mehr und mehr versucht sie die Handlungen ihrer Urgroßmutter zu verstehen. Dabei stellt sie ihr eigenes Leben auf den Prüfstand und überlegt, was ihr wirklich wichtig scheint.

Der Roman ist eingebunden in die Historie der Kleidungsherstellung von Beginn des letzten Jahrhunderts an bis Mitte der 1930er Jahre in Deutschland, aber vor allem in Wiesbaden, mit seiner Stellung als Kurstadt.


Weil ich letztes Jahr in Weimar Gelegenheit hatte, die gerade eröffnete Ausstellung Mode und Reform im Stadtmuseum zu besuchen und kurze Zeit später im verflixten Öffentl. Bücherschrank ein Buch "Voilà! Glanzstücke historischer Moden 1750-1960" fand, ist auch etwas mein Interesse für das Thema geweckt worden.


Wilde Jahre (Die Winter-Frauen-Trilogie, Band 2)
„Wer war diese junge Frau, bevor sie meine Mutter wurde?“

»Sängerin? Das ist doch kein Beruf!« In dem hessischen Dorf der kargen Nachkriegsjahre hat man wenig Verständnis für die hochfliegenden Pläne der jungen Paula Winter. Aber ihr Lebenshunger ist groß. Sie will so viel mehr als dieses kleine, bescheidene bäuerliche Leben, das ihre Mutter Charlotte führt. Die Musik der Beatles eröffnet Paula eine neue Welt, und sie will nur noch eines: singen. Hals über Kopf stürzt sie sich in das pralle bunte Leben der Roaring Seventies in England - und mitten hinein in die große Liebe. Als Paula selbst Mutter einer Tochter wird, schwört sie sich, alles anders zu machen.

Kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag will Paulas Tochter Maya endlich wissen, wer ihr Vater ist. Dabei lernt sie ihre Mutter von einer ganz neuen Seite kennen. Maya beginnt zu verstehen, warum die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern oft nicht einfach und immer ganz besonders ist ….

_________________
Liebe Grüße von Christiane
***********************************
"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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