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 Betreff des Beitrags: Weitere Trotzkopf-Bücher
BeitragVerfasst: 16.02.2007, 19:53 
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An meine jungen Leserinnen!
Obschon nun bejahrt, hat der "Trotzkopf" seine Anziehungskraft auf die Backfische (es gibt bis jetzt keinen modernen Ersatz für dieses Wort) noch nicht verloren, denn alljährlich wird er wieder in vielen Bänden nach alle Himmelsrichtungen hin verschickt. Zwar steigen manchmal Zweifel in mir auf, ob es seine lebensvoll blutwarmen Gestalten sind, die noch immer die gleiche Wirkung ausüben, oder ob die heutige Jugend in dem Buche etwa nur das "anno dazumal mit den harmlosen Streichen ihrer unkomplizierten Großmütter", fesselt?! Ja, liebe Leserinnen, zur Zeit eurer Großmütter war es, als der "Trotzkopf" das Licht der Welt erblickte. Und es muss ein guter Stern über der Stunde seines Erscheinens gestanden haben, denn das Glück hat ihn bis jetzt nicht verlassen. Er darf sich stolz mit in die Reihe der meißtgelesenen Bücher stellen - er ist in zehn fremde Sprachen übersetzt worden, und für andere Verfasserinnen wurde er förmlich zu einem Magnet. Es galt immer acht zu geben, dass seine Rechte nicht geschmälert wurden, und einmal sogar hat Göttin Justitia sie bis zur höchsten Instanz in Schutz nehmen müssen. Bekanntlich haben auch Bücher ihre Schicksale...
Unmittelbar nach dem Erscheinen des "Trotzkopf" starb seine Verfasserin - meine Mutter - und da sehr bald stümisch nach einer Fortsetzung verlangt wurde, wandte sich der Verleger an mich. Sehr jung, sehr zögernd schrieb ich den II. Band "Trotzkopfs Brautzeit" und dann noch, weiteren Wünschen aus dem Kreise der Leserinnen nachgebend, den III. Band "Trotzkopfs Ehe". Dem Verlangen nach einer dritten Fortsetzung widerstand ich jedoch in dem Gefühl, dass nun erst mal eine längere Pause eintreten müsse. - Diese "Pause" benützte sehr schnell eine Holländerin, bemächtigte sich der Personen des "Trotzkopf", schuf neue dazu, und ins Deutsche übersetzt, erschien ein Buch von ihr, das sich "Trotzkopf als Großmutter" nennt. Es war sicherlich ganz reizvoll, zu erfahren, wie eine Ausländerin die Schicksale der von einer deutschen Verfasserin erschaffenen Gestalten weiterspann, aber sie hat den "Trotzkopf" vor der Zeit zur Großmutter gemacht, denn erst jetzt hat er diese Würde erreicht.
Zu einem schweren, inhaltsreichen Wort ist dieses "Jetzt" geworden, da eine Umwertung alles Herkömmlichen die völlig neue Einstellung aller Mitlebenden verlangt. Und wenn auch früher schon, wie zu allen Zeiten, zwischen "jung" und "alt" ein Spalt bestand, so hat sich dieser heutzutage zu einer Kluft erweitert, und der durch den gleichmäßgen Schritt langer Jahre dauerhaft festgestampfte Boden ist durch furchtbare Weltgeschehnisse aufgewühlt worden.
Wie nun der alte Trotzkopf sich eine Brücke über diese Kluft schlägt und versucht, auf dem wankenden Grunde Fuß zu fassen, um mit seinen Nachkommen - dem neuen Geschlecht - weiterleben zu können, das hat meine Feder gelockt, Euch, meine lieben Leserinnen, noch zu erzählen.
Dieser neue Band wird nun wohl Trotzkopfs Schwanengesang sein, doch - wer weiß?!
ELSE WILDHAGEN
LEIPZIG, Herbst 1930

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 Betreff des Beitrags: Weitere Trotzkopf-Bücher
BeitragVerfasst: 16.02.2007, 19:53 
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 Betreff des Beitrags: Trotzkopfs Erlebnisse im Welktriege
BeitragVerfasst: 27.05.2007, 11:29 
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Trotzkopfs Erlebnisse im Weltriege
Erzählung von Marie von Felseneck
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Das Buch selbst spielt in der Zeit von 1913 bis 1916. Endet also 2 Jahre vor dem Ende des ersten Welkrieges, der damals logischerweise einfach nur Weltkrieg hieß. Außerdem schließt es von der Zeit direkt an den Band "Der Trotzkopf" an und somit direkt an Ilses Zeit nach dem Pensionatsleben.

In dem ganzen Buch ist mir ständig diese Demut von Ilse aufgestoßen, die sich immer wieder dafür entschuldigt, dass sie ihren Trotzkopf noch nicht genug gezähmt hat. Dabei ist sie kein eines Mal wirklich aus der Haut gefahren und ich habe bis zum Ende vergeblich auf die große Katastrophe und den sturen Kopf von Ilse gewartet. Und gerade dieser Trotzkopf von Ilse ist das, was ich an ihr so liebenswert fand. Eben mal nicht in die Norm der damaligen Zeit gepresst, sondern seinen Willen zeigen.

Hier ein Beispiel:
(Ilse ist bei ihrer Tante Lotte und ihrem Onkel Kurt in München und wartet seit Wochen auf Nachricht aus Moosdorf. Der Vater hatte nur kurz geschrieben, dass es der Mama nicht so gut gehe und dass deshalb aus der geplanten Reise nach München nichts werden würde. Aber dies liegt nun auch schon einige Zeit zurück).

Zitat:
"Hier die Depesche. Diese Nacht zwölf Uhr traf unsere kleine Liselotte in Moosdorf ein. Mutter und Kind erfreuen sich bester Gesundheit," las Onkel Kurt vor.
Jetzt erst kam Leben in Ilses Gesicht, sie stieß einen hellen Freudenjubelruf aus. Dann aber nahm sie die Depesche, gleichsam um sich augenscheinlich von der Wahrheit des eben gehörten zu überzeugen.
"Ein Schwesterchen, wie reizend für Heinzelmann, nun ist er doch nicht mehr so ganz allein, der liebe süße Junge," sprudelte sie voller Entzücken hervor. "Ein Kind mehr unter dem Weihnachtsbaum, wir werden sich die Eltern freuen. Müssen wir nicht sofort Glückwünsche senden?"
"Natürlich - das Hausmädchen macht sich schon fertig, aber - mit Weihnachten und Moosdorf wird es wohl nun nichts werden?"
"Nichts werden?"
"Ich fürchte, dein Vater wünscht sich keine Gäste in das Haus - er -"
"Aber Onkel, wie seltsam du redest, wir sind doch keine Gäste, wir gehören doch ins Haus. Meine Mutter, mein Schwesterchen." Ilse hatte die letzten Worte in verklärter Zärtlichkeit leise geflüstetert.
"Wird sich alles finden, Papa wird ausführlich schreiben und seine Wünsche sowie die Verordnungen des Arztes uns mitteilen. Heute wollen wir uns nur über die Ankunft der Schwester freuen und alle Gedanken an die nächste Zukunft und was sie bringen wird, bei Seite schieben."
Ilse schwieg nachdenklich still, und Tante Lotte bemerkte es wohl, dass es wie verhaltenes Weinen um die blühnenden Lippen zuckte. Erst nach einer Weile sagte Ilse ruhig:
"Lieber Onkel, ich sehe mein Unrecht ein, noch immer regt sich manchmal der alte Trotzkopf in mir, aber ich versuche ihn zu besiegen. Jetzt sage ich, du hast ganz recht, lassen wir uns die freudige Botschaft nicht durch allerlei Tüfteleien vergällen. Wie glücklich wird Papachen sein, nun zieht frisches heiteres Leben in das alte Oberamthaus sein."

Selbst jetzt beim Abtippen frage ich mich wieder, wo da der Trotzkopf erschienen ist.

Desweiteren ist mir aufgefallen, dass dieses Buch nur so vor Patriotismus strotzt. Ebenso wie bei "Nesthäkchen und der Weltkrieg" werden die Deutschen über alles gelobt. Der Sieg des Krieges wird als selbstverständlich betrachtet und die Vorurteile gegen den Feind sind einfach unglaublich. London versinkt generell im Nebel und die Engländer sind eh hinterhältige Wesen. Die Franzosen starren vor Schmutz und haben alle dunkle Haarre. Die Russen sind Barbaren - wobei mich hier gewundert hat, dass Orla Sassuwitsch dabei gut wegkommt. Ihr wird kein einziges Mal nachgetragen, dass sie eigentlich zu den Feinden gehört, sondern als bemitleidenswerte junge - vor Sorgen stark gealterte - Frau hingestellt. Der ganze Charme, den Orla in dem Buch Trotzkopfs Brautzeit versprüht geht hier ganz und gar verloren.

Ilse selbst ist für mich zu einer grauen Katze geworden. Sie hat sich ihrer Umgebung, der Zeit und den Wünschen ihrer Eltern angepasst und lebt das Leben, das damals von einem Mädchen aus guten Hause erwartet wurde.

Ich kann voll und ganz verstehen, dass Else Wildhagen gegen diese Fortsetzung der Geschichte des Trotzkopfes protestiert hat und finde es nach wie vor ein Unding, dass einfach so ein Buch fortgesetzt werden konnte - ohne Rücksicht auf Verluste.

Trotz und alledem würde ich gern die 2. Geschichte von Marie von Felseneck lesen, die sie über den Trotzkopf geschrieben hat - nämlich "Trotzkopf heiratet". Allerdings frage ich mich, wieso dieses Buch Trotzkopf heiratet heißt, wenn Ilse in dem Buch "Trotzkopfs Erlebnisse im Weltkriege" mit Leo kriegsgetraut wird.

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 Betreff des Beitrags: Trotzkopfs Erlebnisse im Welktriege
BeitragVerfasst: 27.05.2007, 11:29 
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BeitragVerfasst: 27.05.2007, 12:20 
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Rabea, - ich wusste bisher gar nichts von der Existenz dieses Buches. Aber die Trotzkopf-Geschichte hat ja viele Autorinnen auf den Plan gerufen: ich habe neulich ein Band ersteigert, von Else Wildhagen, der heißt: Trotzkopfs Nachkommen - ein neues Geschlecht.
Der ist so demaßen grauenhaft schlecht geschrieben, dass ich es bisher nicht fertiggebracht habe, ihn durchzulesen. Ganz, ganz furchtbar.

Wenn die Bücher im, bzw. nach dem 1. WK spielen, sind sie aber ziemlich viele Jahre später geschrieben worden. Ich würde mal drauf tippen, dass es schon ziemlich nationalsozialistisch beeinflusste Machwerke sind. Steht ein Erscheinungsjahr drin? Wie sind die denn so vom Schreibstil her?
Lesbar?

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BeitragVerfasst: 27.05.2007, 13:06 
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@Taki: Absolut gut lesbar und ich habe ein sehr gut erhaltenes Exemplar ersteigert. Wenn du willst, dann schicke es dir gern mal zu.

Das Buch ist 1916 erschienen - steht zumindest so im Buch.

Übrigens Trotzkopfs Nachkommen - ein neues Geschlecht wurde von Else Wildhagen (der Tochter von Emy van Rhodens) selbst geschrieben.
Das habe ich auch hier, aber noch nicht gelesen.

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BeitragVerfasst: 27.05.2007, 22:18 
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Danke Rabea, für das Angebot - aber ich glaube, ich werde sehen ob ich mir die beiden Bücher nicht selber ersteigere. Zum einen hätte ich auch gerne den Trotzkopf komplett, zu anderen leihe ich mir nicht gerne Bücher aus - einfach, weil ich immer Angst habe, ich stelle was damit an, kippe versehentlich Kaffee drüber oder so. Außerdem wird bei uns geraucht (wenn auch wenig) und ich kann verstehen, dass es Nichtraucher stört - gerade alte Bücher nehmen den Geruch sofort an.

Na, dann werde ich mal auf die Jagd gehen - passt gut, denn die Else-Ury-Reihe habe ich endlich komplett. Was natürlich einerseits schön ist, andereseits aber auch ein bisschen schade - man freut sich so über jedes neu dazu gekommene Buch. Naja, da bleiben mir immerhin noch die Geschichten.

Komisch eigentlich, Else Wildhagen hat ja auch Trotzkopf Bd. 2 und 3 verfasst - die sind längst nicht so grottig geschrieben. Ich glaube, beim letzten Band hatte sie einfach keine große Lust mehr und hat ihn nur geschrieben, weil sie sich über die Fortsetzungen anderer Autorinnen geärgert hat.

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BeitragVerfasst: 28.05.2007, 09:16 
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Zitat:
Komisch eigentlich, Else Wildhagen hat ja auch Trotzkopf Bd. 2 und 3 verfasst - die sind längst nicht so grottig geschrieben. Ich glaube, beim letzten Band hatte sie einfach keine große Lust mehr und hat ihn nur geschrieben, weil sie sich über die Fortsetzungen anderer Autorinnen geärgert hat.


Das kommt ja auch in ihrem Vorwort deutlich raus - finde ich zumindest.

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BeitragVerfasst: 28.05.2007, 12:47 
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Stimmt, das steht im Vorwort des letzten Bandes von Else Wildhagen. Ich wusste nicht mehr so genau, wo ich das aufgeschnappt hatte.

Ist schon witzig: auch damals war das Schreiben von Fanfictions also durchaus üblich ... gibt es dafür eigentlich noch mehr Beispiele? Oder hat nur den Trotzkopf dieses Schicksal ereilt?
Ich meine, dass die Tochter die Bücher der verstorbenen Mutter fortsetzt ist nachvollziehbar - aber zum Trotzkopf gibt es ja so einiges. Am lächerlichsten fand ich eine Story aus den 50ern, angeblich von Gerda Muth geschrieben. Praktisch eine Abschrift von Band 2, heißt aber Ilses Brautzeit und wurde leicht mordernisiert. Und nirgendwo wird das erwähnt - es steht nur "eine Fortsetzung zu dem beliebten Trotzkopf". Das ist schon eine Spur kriminell. Erschienen ist das Buch 1954, möglicherweise lebte Else Wildhagen da nicht mehr. Oder der Verlag hat die Rechte am Trotzkopf, wer weiß. Aber ist schon frech so was.

Hier ist übrigens das Cover von Ilses Brautzeit:

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BeitragVerfasst: 28.05.2007, 18:57 
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Damals gab es eben noch kein Urheberrecht. Alles mögliche wurde von anderen Autoren fortgesetzt. Das gibt es übrigens auch heute noch - prominente Beispiele: Draculas Rückkehr von Freda Warrington, Scarlett von weißnichtwem, Rebecca's Tale von Sally Beauman. Die meisten Fortsetzungen werden wohl nicht so gut gewesen sein und daher schnell wieder in der Versenkung verschwunden sein.

Ich habe voriges Jahr Trotzkopfs Nachkommen in der Erstausgabe auf dem Flohmarkt entdeckt und noch nicht gelesen. Aber "dermaßen grauenhaft geschrieben" macht mich direkt neugierig :zwinkern

Mir gefällt übrigens schon Trotzkopfs Brautzeit nicht mehr. Man vergleiche einmal das Frauenbild. Im Trotzkopf selber ist nie die Rede davon, dass man sich einem Mann unterordnen soll, in Trotzkopfs Brautzeit wird das ziemlich deutlich gesagt. Auch finde ich einen ganzen Band nur darüber, dass Ilse zum Bewusstsein kommt, dass sie in der Ehe ihre eigenen Wünsche zurückstecken muss, ziemlich langweilig. Da ist der erste Band doch ganz anders.
Trotzkopfs Ehe finde ich auch nicht so berauschend, und weitere Bände habe ich noch nicht gelesen.

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LG Lucia


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Lucia hat geschrieben:
Scarlett von weißnichtwem


Von Alexandra Ripley :fg

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- In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden. -
William Somerset Maugham


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Lucia, dann lies mal - bin echt gespannt, wie es dir gefällt. Ich bin über die ersten 50 Seiten einfach nicht hinaus gekommen, so schlimm fand ich es. Und eigentlich bin ich bei alten Büchern eher schmerzfrei - da ist ja manches, durch das man sich eher durchquälen muss.

Du hast recht, der erste Band Trotzkopf ist einfach nicht mit den anderen zu vergleichen. Viel besser geschrieben und auch irgendwie "moderner" oder vielleicht besser zeitloser. Der Rest ist irgendwie unspannend.

Gab es in den 50er Jahren wirklich noch kein Urheberrecht? Obwohl, stimmt - der Streit um den sog. "Goethepfennig" ist so ein Ding aus den 80ern. Wenn der Autor erstmal tot war, waren seine Bücher Allgemeingut.

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BeitragVerfasst: 28.05.2007, 22:39 
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Sein wir ehrlich: könnten wir nicht alle noch ein wenig mehr Trotzkopf sein????

Hmnaja - also: was damals als "Trotzkopf" negativ tituliert wurde, ist nach meinem Verständnis eher positiv zu bewerten. Kritikloses, angepasstes Verhalten würde ich eher als dämlich bezeichnen. Jedenfalls, wenn man das aus Bequemlichkeit als Lebensprinzip erklärt. Ein gewisser Opportunismus ist erlaubt - anders kommt man ja auch nicht heile durchs Leben. Und das kommt meiner Meinung nach im ersten Band ganz gut raus. Ilse wird "gebändigt" in dem Sinne, dass sie sich als lernfähig erweist und ihre teilweise (nach damaligem Verständnis) falsche Haltung gegenüber gewissen Dingen einsieht. Ihr eigentlicher Charakter wird aber nicht geändert - und die Autorin schildert sie ja auch sehr sympathisch. Der Unterschied ist der, dass Ilse sich entwickelt, reifer wird und ihr kindisches Verhalten ablegt - im Gegesatz zum 2. Band, wo es eigentlich im wesentlichen darum geht, sich dem Manne unterzuordnen. das wird erbarmungslos bei jeder Figur durchgezogen, Nellie, Flora, Rosie - alle werden brave Eheschafe und immer ist der Mann der Gute, die Frau das Dummchen. In Band 1 gibt es im Gegensatz dazu auch starke, intelligente Frauenfiguren. In den anderen Bänden, die ich kenne, ist das Trotzkopf-Thema ohnehin nicht mehr Leitthema. So gesehen ist es kein Wunder, dass eigentlich nur der Band 1 ein Erfolg war.

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Zuletzt geändert von Taki am 29.05.2007, 00:03, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 29.05.2007, 11:04 
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Taki hat geschrieben:
Hmnaja - also: was damals als "Trotzkopf" negativ tituliert wurde, ist nach meinem Verständnis eher positiv zu bewerten. Kritikloses, angepasstes Verhalten würde ich eher als dämlich bezeichnen. Jedenfalls, wenn man das aus Bequemlichkeit als Lebensprinzip erklärt. Ein gewisser Opportunismus ist erlaubt - anders kommt man ja auch nicht heile durchs Leben. Und das kommt meiner Meinung nach im ersten Band ganz gut raus. Ilse wird "gebändigt" in dem Sinne, dass sie sich als lernfähig erweist und ihre teilweise (nach damaligem Verständnis) falsche Haltung gegenüber gewissen Dingen einsieht. Ihr eigentlicher Charakter wird aber nicht geändert - und die Autorin schildert sie ja auch sehr sympathisch. Der Unterschied ist der, dass Ilse sich entwickelt, reifer wird und ihr kindisches Verhalten ablegt - im Gegesatz zum 2. Band, wo es eigentlich im wesentlichen darum geht, sich dem Manne unterzuordnen. das wird erbarmungslos bei jeder Figur durchgezogen, Nellie, Flora, Rosie - alle werden brave Eheschafe und immer ist der Mann der Gute, die Frau das Dummchen. In Band 1 gibt es im Gegensatz dazu auch starke, intelligente Frauenfiguren. In den anderen Bänden, die ich kenne, ist das Trotzkopf-Thema ohnehin nicht mehr Leitthema. So gesehen ist es kein Wunder, dass eigentlich nur der Band 1 ein Erfolg war.

Taki, du sprichst mir aus der Seele. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Also auch nach heutigem Verständnis benimmt sich Ilse am Anfang der Geschichte nicht angemessen. Das mit dem Schulunterricht, den sie ablehnt, würde auch heute nicht durchgehen. Und für ein fünfzehnjähriges Mädchen benimmt sie sich oft doch reichlich kindisch.
Nach ihrem Pensionatsaufenthalt benimmt sie sich anders, hat Freundinnen gefunden und kommt mit ihrer Stiefmutter besser zurecht. Aber ihren Charakter hat sie nicht geändert, sie lässt sich nur nicht mehr so gehen.
Blöd finde ich nur, dass sie sich sofort mit Leo verlobt, obwohl sie ihn gerade einmal ein paar Tage kennt - aber offenbar war das so.

Übrigens werden manche Erziehungsmethoden in Trotzkopf von der Erzählerstimme kritisiert. Als Fräulein Raimar Ilses Strickarbeit vor allen Mädchen kritisiert, zum Beispiel.
Zitat:
Welchen Aufruhr sie in Ilse heraufbeschworen, ahnte sie nicht; sie würde ihn auch schwerlich begriffen haben, glaubte sie doch fest, durch eine öffentliche Beschämung Ilses Widerstand ein für allemal geheilt zu haben. Wie wenig verstand sie ein leidenschaftliches Gemüt! Gerade das Gegenteil war eingetreten. (S. 63)

Ilse wird trotz aller Fehler von ihrer Stiefmutter, Fräulein Güssow, Nellie und anderen geliebt.
Vgl. dazu Nesthäkchen:
Als Annemarie sich als Sechsjährige einen Zopf abschneidet, sagt die Mutter doch tatsächlich zu ihr: „Nein, Lotte, ich kann dich nicht mehr lieb haben.“ (S. 127 1. Band) Einen Moment später hat sie ihre Tochter zwar schon wieder im Arm, aber trotzdem ist diese Äußerung doch eher schockierend für heutige Leser.
In dieser Hinsicht ist Trotzkopf also moderner als Nesthäkchen.

Zum Urheberrecht: Hm, so genau bin ich da auch wieder nicht informiert. In den 50er Jahren müsste es das schon gegeben haben, stelle ich mir vor. :ka Am Anfang des 20. Jahrhunderts bei uns aber definitiv noch nicht. Für Interessierte hilft Wikipedia sicher weiter :)

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LG Lucia


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.05.2007, 08:42 
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gesprächiges Gnu
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Die Bände scheint es zu geben:
1. Emmy von Rhoden: Der Trotzkof 1885
2. Else Wildhagen: Aus Trotzkopfs Ehe 1895
3. Else Wildhagen: Trotzkopfs Nachkommen 1930/31
4. Various: Frau Ilse 1895 (suche ich schon seeeeeeeehr lange)
5. Suse la Chapelle - Robool: Trotzkopf als Großmutter 1905
6. Marie von Felseneck: Trotzkopfs Erlebnisse im Weltkriege 1916
7. Marie von Felseneck: Trotzkopf heiratet 1919
8. Gerda Muth: Ilses Brautzeit (leicht zu finden)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.05.2007, 10:43 
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zitierender Zwergbilch
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Taki hat geschrieben:
Sein wir ehrlich: könnten wir nicht alle noch ein wenig mehr Trotzkopf sein????
[...]
So gesehen ist es kein Wunder, dass eigentlich nur der Band 1 ein Erfolg war.


Sehr gut erfasst, Taki!


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 Betreff des Beitrags: Re: Weitere Trotzkopf-Bücher
BeitragVerfasst: 04.11.2015, 19:45 
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gebildeter Gepard

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Als ich als Kind den Band "Trotzkopf als Großmutter" gelesen habe, war ich ganz erschrocken darüber, daß zwei junge Leute erst ab der Verlobung miteinander allein sein durften - Verlobung als Voraussetzung für näheres Kennenlernen sozusagen - und etwa zur gleichen Zeit habe ich "Sonnige Tage mit Katrin" gelesen, und da kam genau dieses Thema zur Sprache - Frau Felsdorf erzählt ja Allegra, daß sie und ihr Mann sich erst nach der Verlobung richtig kennengelernt haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Weitere Trotzkopf-Bücher
BeitragVerfasst: 27.10.2016, 12:21 
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eifrigster Elefant
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Ich lese gerade: nur Schrott, der ungefähr 1 Gehirnzelle erfordert
Möchte jemand "Trotzkopfs Ehe" von '63 haben?

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Ganz umsonst und portofrei.

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~ Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt. - J.L.Borges ~


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