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 Betreff des Beitrags: Matthias Lisse - Die geteilten Jahre
BeitragVerfasst: 12.12.2019, 22:00 
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Die geteilten Jahre - Matthias Lisse
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Droemer HC; 2. September 2019

Kurzbeschreibung (Verlag):
Der Roman über eine abenteuerliche Flucht, der auf der wahren Geschichte des Autors Matthias Lisse basiert, und eine anrührende Familiengeschichte

Berlin 13. August 1961
Der Traum vom „Arbeiter- und Bauernparadies“ ist ausgeträumt, und wie viele andere haben Wolfgang Leipold und seine Frau nur ein Ziel: die DDR, zusammen mit ihrem kleinen Sohn Marcus, so schnell wie möglich zu verlassen. Doch ihr Entschluss kommt zu spät, denn mit der Errichtung der Mauer ist ihnen der Weg in die Freiheit versperrt und jeder Gedanke an eine Flucht aus der DDR so gut wie unmöglich.

Jahre später träumt Marcus, inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter, ebenfalls davon, in den Westen zu gehen, doch zunächst gelingt es nur ihm, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Wie aber soll er es schaffen, seine Frau Imke und die kleine Jessica zu sich zu holen?

Neue Hoffnung keimt auf, als im September 89 Tausende DDR-Flüchtlinge die Prager Botschaft stürmen – darunter auch Imke und ihre Tochter …

Ein beeindruckender und authentischer Roman zum Jahrestag 30 Jahre Mauerfall.


Zum Autor:
Matthias Lisse wurde 1957 geboren. Aufgewachsen in der DDR, studierte er aus politischen Gründen statt Geschichte und Literatur Veterinärmedizin und später Pferdezucht und -sport und wurde Militaryreiter sowie Ausbildungsleiter des bedeutendsten Vollblutgestüts der DDR.

Im Frühjahr 1988 gelang ihm die Flucht in die Bundesrepublik, ein Jahr später folgten ihm seine Frau und Tochter. Gemeinsam bauten sie einen Reit-und Zuchtbetrieb in Bayern auf, wo sie noch heute leben.


Meine Meinung:
Ich hatte bisher noch nichts von diesem Autoren (unter Mac P. Lorne sind diverse HC erschienen, u.a. Robin-Hood-Reihe ) gelesen, der Klappentext interessierte mich den Weg einer DDR-Familie in die Wendezeit mitzuverfolgen.

Der Schutzumschlag zeigt ein Liebespaar, welches in der Darstellung von schwarz-weiß und farbig mit einer Trennung versehen ist – Symbol für das getrennte Deutschland. Ein wunderbar passender Buchumschlag für eine Geschichte, die von 1961 bis 1989 beschreibt.

Christine und Wolfgang Leipold wollen mit ihrem kleinem Sohn Marcus am 14. August 1961 aus der DDR fliehen. Sie kommen einen Tag zu spät, die Grenze ist zu, sie kommen nicht mehr raus. Ihr kleiner Sohn Marcus muss in der DDR aufwachsen, die Staatserziehung durchleben und wie seine Eltern wünscht er sich früh frei in den Entscheidungen zu sein und nicht hinter der Mauer leben zu müssen. Auch wenn er eigentlich Geschichte und Literatur studieren möchte, findet der begeisterte Militaryreiter im Tiermedizinstudium ( und in der Pferdezucht eine berufliche Erfüllung, Erfolg und Anerkennung. Privat vervollständigt sich neben den Vollblütern im Stall auch sein Glück durch Ehe und Geburt einer Tochter. Sein Leben wäre so viel einfacher, wenn er sich anpassen würde und endlich in die Partei eintreten würde. Marcus kehrt 1988 nach einem Verwandtenbesuch nicht wieder nach Leipzig zurück, bleibt im Westen und hofft, dass im Rahmen von Familienzusammenführung seine Frau mit kleiner Tochter bald ausreisen dürfen. Die DDR steht vor ihrem 40-jährigen Bestehen, zeitgleich entsteht im Volk ein Freiheitswunsch und wir wissen, am 9. November 1989 begann mit der Maueröffnung eine neue Zeitrechnung in der gesamtdeutschen Geschichte.

30 Jahre später erscheint nun dieser Roman. Der Autor weiß von was er schreibt, er kennt sich aus – denn Matthias Lisse erzählt sein eigenes Leben bis 1989. Dadurch ist der Roman außergewöhnlich persönlich und authentisch. Immer wieder beim Lesen, schüttelt man den Kopf, ob der Schilderungen und Ereignisse, ich fragte mich, ist das tatsächlich so geschehen? Der Autor sagt: „Glaub mir bitte! Ich musste mir es nicht ausdenken!“

So eine persönliche Geschichte ist ein Geschenk, was auch ich nicht mal so eben weglese, sondern intensiv und mit Ruhe lese.

Zwischen der berichtenden Handlung mit vielen Dialogen sind einige Kapitel eingestreut, die zeitgleich erzählen, was im Politbüro in der Zeit geschah und die beschreiben, wie der Staat zu seinen Bürgern stand. Dies bereichert das Buch.

Ich habe als Schülerin die Wende miterleben dürfen, so konnte im Geschichtsunterricht das Thema DDR kurz gehalten werden. Durch den Roman habe ich doch so einiges gelernt, wie doch DDR-Bürger gekämpft haben für ihre Fernsehantennen auf dem Dach, die Richtung West-TV ausgerichtet waren, die leeren Geschäfte, da Konsumgüter für den Westen hergestellt wurden, um Devisen zu bekommen und was in der SBZ = Sowj. Besetzungszone noch in Buchenwald als Speziallager einige Jahre passierte.

Für mich war natürlich besonders schön, dass so manche Szene in Hannover und um zu spielt – ein schöner Nebeneffekt

Der Roman wird zu meinen Jahreshighlights gehören, die Handlung berührt und bereichert mein bisheriges Wissen. Ich wünsche dem Buch ganz viele berührte Leser. DANKE, Matthias Lisse, dass Du die Geschichte Deiner Familie aufgeschrieben hast. Es ist ein wertvolles Buch geworden.

Bild
Copyright: Droemer Knaur/Cover-Download
Sehr viel kürzer durfte ich es nur beruflich in der Dezemberausgabe "Der Praktische Tierarzt" vorstellen, denn aufgrund des vet.-med. Hintergrundes wollte ich es "unseren" Lesern nicht vorenthalten. Leider bekam ich keine ganze Seite in der Zeitschrift, noch nicht einmal eine halbe Seite, nur 1.000 Zeichen. Wie ungerecht, mein Klagen half nichts! Ich hatte das Buch aber nicht gelesen, weil ich es dort vorstellen wollte, das ergab sich erst während der Lektüre. Doch leider kann man auf so kleinem Raum seiner Begeisterung kein Spielfeld geben.

_________________
Liebe Grüße von Christiane
***********************************
"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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