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 Betreff des Beitrags: Gussie (Auguste Adenauer)
BeitragVerfasst: 25.03.2024, 15:35 
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Ich lese gerade: Weihnachtsromane
Gussie

Es ist 1948. Die Frau im Bonner Johannes-Hospital weiß, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat. Auf dem Sterbebett lässt sie Szenen ihres Lebens an sich vorbeiziehen. Gussie Zinsser ist 24, als sie den 19 Jahre älteren Witwer Konrad Adenauer heiratet und zur Stiefmutter seiner drei Kinder wird. Sie schenkt fünf Kindern das Leben, doch ihr Erstgeborener stirbt nach nur vier Tagen. Als Frau des Kölner Oberbürgermeisters steht sie in der Öffentlichkeit und engagiert sich eigenständig sozial und politisch. Hitlers Machtübernahme verändert alles. Adenauer muss sich vor den Nazis verstecken. Alleingelassen mit ihren Kindern, versucht Gussie, das schwierige Leben im Dritten Reich zu bewältigen. Bis sie von der Gestapo vor eine unmenschliche Wahl gestellt wird.

Auguste "Gussie" Amalie Julie Adenauer (geb. Zinsser) ist die Frau an Konrad Adenauers Seite. Gussie ist die 2. Frau an Konrad Adenauers Seite. Sie ist 19 Jahre jünger als ihr Mann und wird die Stiefmutter seiner drei Kinder aus erster Ehe und bekommt selbst noch fünf weitere Kinder, von den vier überleben. So viel zu den recht nüchternen Fakten, die über Gussie bekannt sind. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt eine Frau, die zu ihrem Mann stand, eine Frau die nicht nur die eigenen, sondern auch die Stiefkinder liebt und trotz aller widriger Umstände versucht nicht unterzugehen. Eine Frau, die alles macht um das Leben ihrer Kinder zu schützen und genau weiß, wie schwer ihr Fehler ist, den sie dadurch begeht.

Christoph Wortbergs Biographie über Gussie ist recht nüchtern. Kurze Kapitel, eine recht anschauliche Sprache und doch hat es in mir nachgehallt und mich dazu gebracht, mehr über Gussie zu erfahren und ein paar weitere Fakten zu recherchieren.

Für mich wird dieses Buch nicht eines der großen Highlights des Jahres sein, so doch eine sehr in Erinnerung bleibende Geschichte, die es auf alle Wert ist, gelesen und beachtet zu werden. Eine Geschichte, die zeigt, das Widerstand möglich, das Liebe so viel bewirken kann und dass man sich selbst am Ende des Tages im Spiegel ins Gesicht schauen kann.

Weitere Infos zum Buch gibt es auf der Seite von

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 Betreff des Beitrags: Re: Gussie (Auguste Adenauer)
BeitragVerfasst: 02.04.2024, 15:08 
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Das Buchcover und der Klappentext erweckten mein Interesse an der Geschichte. Ich wusste vorher nicht, dass der erste Bundeskanzler zweimal verwitwet war, wohl aber vom Kinderreichtum. Konrad Adenauer heiratete 1919 seine zweite Frau Auguste, gen. Gussie, die 19 Jahre jünger als er war. Drei Kinder hatte der Oberbürgermeister von Köln, Konrad Adenauer mit seiner ersten Frau Emma So kam es, dass die Braut Gussie mit 23 Jahren Stiefmutter von 13 und 9-jährigen Jungen und einer fast sieben Jahre alten Tochter wurde. Fünf Schwangerschaften komplettierten die Kinderschar um vier gemeinsame Kinder.

Bemerkenswert fand ich, dass Konrad Adenauer seiner Frau auf Augenhöhe begegnet ist und sie als Ratgeberin anerkannt hat. Auch die Stiefkinder nehmen die neue Frau an der Seite des Vaters gut an. Ich hatte zuvor die Befürchtung des hübschen und jungen Anhängsels, deren Persönlichkeit nicht geachtet werden würde und die den Gatten bewundert und anhimmelt. Glücklicherweise war es nicht so. Gussie ist das Nachbarskind, die Familien kennen sich gut, Tochter des renommierten Dermatologen Ferdinand Zinsser und verfügt daher über höhere Bildung. Sie ist zu einer selbstbewussten Tochter erzogen worden und das Werben von Konrad Adenauer wird durchaus kritisch von ihrem Elternhaus gesehen. So wird sie nicht verheiratet, sondern Gussie trifft die Entscheidung für diese Ehe. Die Eltern haben Bedenken und wie ich inzwischen nachgelesen habe, wird durch räumliche Trennung versucht, den beiden Zeit für die Entscheidung zu geben. Dies hätte der Autor gern noch etwas im Roman ausarbeiten können, denn da wird dem Verlieben kein Abschnitt gewidmet.

Gussies Geschichte wird ausgehend von ihrem Sterbebett rückblendend erzählt und sie endet, wie es sich gehört, mit ihrer Todesanzeige. Adenauers politischen Neubeginn als betagter CDU Kanzler hat sie nicht mehr miterlebt, denn sie stirbt mit 52 Jahren bereits 1948.

Der Roman unterteilt sich in sehr viele Kapitel, allen vorausgestellt sind mündl. überlieferte Zitate aus Briefwechseln zw. Gussie und ihrem Vater, bzw. Konrad. Schöner wäre natürlich, wenn sie aus original Briefen stammen würden.

Gefehlt hat mir im Buch ein Familienstammbaum, denn ich war immer mal wieder am Rechnen, wie alt das jeweilige Kind gerade ist, um auch nachzuvollziehen, dass die älteren Kinder längst nicht mehr zuhause wohnten, als die Gestapo Adenauer aus dem Dienst nahm und später inhaftierte. Damals wurden viele kurzzeitig abgeführt, verhört und inhaftiert. Auch meine Großeltern väterlicherseits wurden aufgrund von Protesten immer mal wieder kurzzeitig in Haft genommen. Auch grübelte ich, als von Koko die Rede ist, es war der Kosename vom Sohn Konrad.

Ich fand es interessant diese Geschichte zu erfahren. Die knapp 290 Seiten sind schnell gelesen. Sehr gut gefällt mir das Buchcover und der Abdruck von Konrad Adenauers Lieblingsgemälde seiner Gussie auf Vor- und Nachsatzblatt. Es macht die Buchausstattung wertig.

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Liebe Grüße von Christiane
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"Wenn Du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, dann geschieht etwas Seltsames. Das Buch wird anfangen, Deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst Du wieder dort sein, wo Du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Worten wird alles zurückkommen - die Bilder, die Gerüche, das Eis, das Du beim Lesen gegessen hast." Mortimer Folchart


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